Messen und Verstehen der Welt durch die Wissenschaft
-
- Junge Akademie
- Forschungsprojekte
- Messen und Verstehen der Welt durch die Wissenschaft

Allen Wissenschaften ist gemein, die Welt verstehen zu wollen. Die methodischen Zugänge, die gewählt werden, um dieses Ziel zu erreichen, sind allerdings höchst verschieden. Dies zeigt sich an der unterschiedlichen Bedeutung, die der Quantifizierung und empirischen Beweisführung in den unterschiedlichen Wissenschaftszweigen zukommt. Worin besteht das Potential und wo liegen die Grenzen einer an Zahl und Maß orientierten Betrachtungsweise oder umgekehrt einer Betrachtungsweise, die hierbei einen nicht quantifizierbaren Zugang wählt? Wie beeinflussen diese methodologischen Zugänge die Modelle und Bilder, die sich Wissenschaften von der Welt machen?
Die Projekte des 6. Teilprogrammes stellen diese verschiedenen Aspekte des (Ver)Messens der Welt in den Fokus ihrer Forschungen.
Gefördert durch

Quantifizierung in Politik und Recht am Beispiel von Wirtschaftssanktionen
Das Projekt „Quantifizierung und Operationalisierung der Verhältnismäßigkeit von internationalen und interlokalen Sanktionen“ will den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz weiterentwickeln, um ihn zur Beurteilung internationaler und interlokaler Sanktionen einsetzen zu können. Vor dem Hintergrund völkerrechtlicher, insbesondere aber grund- und menschenrechtlicher Vorgaben soll eine rechtliche Bewältigung des Sanktionsproblems angestrebt werden. Quantifizierungen der Auswirkungen internationaler Sanktionen anhand vorhandener Daten sollen einen Beitrag zur Rationalisierung der Verhältnismäßigkeitsprüfung und der Verhängung von Sanktionen insgesamt liefern.
Aus dem Projekt hervorgegangene Publikationen:
- Valta, Matthias (2019): Staatenbezogene Wirtschaftssanktionen zwischen Souveränität und Menschenrechtsschutz. Tübingen: Mohr Siebeck.(=lus Publicum Bd. 283)
- Valta, Matthias (2017): Quantifizierung und Operationalisierung der Verhältnismäßigkeit von internationalen Wirtschaftssanktionen. In: Schweiker, Marcel/Hass, Joachim/Novokhatko, Anna/Halbleib , Roxana (Hrsg.): Messen und Verstehen der Welt durch Wissenschaft, S. 97-116.
Kollegiat
Prof. Dr. Matthias Valta
Die Monetarisierung der Politik im 12. und 13. Jahrhundert
Das Forschungsprojekt „Geld, Gunst und Gnade“ erforschte in einer Verbindung von kultur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen die Auswirkungen der hochmittelalterlichen Monetarisierung Europas auf die politische Ordnung. Die steigende Verfügbarkeit und Präsenz von Geld führte dazu, dass die königliche Gunst und Gnade, aber auch die Huld der Untergebenen zunehmend in Geld bemessen und verhandelt wurde. Die in verschiedenen Bereichen geleisteten Zahlungen (Strafe, Entschädigung, Abfindung, Bündnisse, Bestechungen etc.) lassen ein Tarifsystem der politischen Ordnung erkennen, die in diesem Zeitraum eine tiefgreifende Umgestaltung erfuhr.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Büttner, Andreas (2018): Nervus rerum und Wurzel allen Übels. Die Rolle des Geldes in den päpstlichen Beziehungen zu Friedrich II. In: Die römische Kurie und das Geld. Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zum frühen 14. Jahrhundert, hg. von Werner Maleczek, Ostfildern. (=Vorträge und Forschungen/Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte, Band 85)
- Büttner, Andreas/Mauntel, Christoph (2017): Zählt auch Klio? – Messen und Verstehen in der Geschichtswissenschaft. In: Schweiker M./Hass J./Novokhatko A./Halbleib R. (2017): Messen und Verstehen in der Wissenschaft. Interdisziplinäre Ansätze. Wiesbaden, S. 43–55.
Kollegiat:
PD Dr. Andreas Büttner
Europäischer Datenschutz und Datentaustausch in der genetischen Forschung: interdisziplinäre Bedingungen und internationale Implikationen
Das Forschungsprojekt setzte sich mit den Herausforderungen des Datenaustausches und Datenschutzes in der transnationalen genetischen Forschung auseinander, um der Frage nachzugehen, wie die Datenverarbeitung in diesem Sektor geregelt werden kann. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Maßnahmen der Selbstregulierung und ihrer Verankerung im Datenschutzrecht gewidmet. Das Thema wurde in Kooperation zwischen der Biotechnologie und der Rechtswissenschaft bearbeitet.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- F. Molnár-Gábor, J. O. Korbel (2020). Genomic Data Sharing in Europe is Stumbling – Could a Code of Conduct Prevent its Fall? In: EMBO Molecular Medicine 12: e11421.
- M. Philips, F. Molnár-Gábor, J. O. Korbel, A. Thorogood, Y. Joly, D. Chalmers, D. Townend, B. M. Knoppers (2020). The PCAWG Consortium. Of Clouds and Genomic Data Protection. In: Nature 578: 31−33, doi: 10.1038/d41586-020-00082-9.F.
- S. Yakneen, S.M. Waszak (2020). PCAWG Technical Working Group, M. Gertz, J.O. Korbel, PCA-WG Consortium. Butler enables rapid cloud-based analysis of thousands of human genomes. In: Nat. Biotechnol. 38: 288−292, doi: 10.1038/s41587-019-0360-3.
- F. Molnár-Gábor (2019). Verarbeitung von Patientendaten in der Cloud unter den Bedingungen der DS-GVO mit besonderer Rücksicht auf transnationale (Forschungs-)Aspekte. In: I. Spiecker gen. Döhmann, A. Wallrabenstein (Hrsg.) Gesundheitsversorgung in Zeitalter der DS-GVO, Peter Lang: 121−141.
- F. Molnár-Gábor (2019). Das Recht auf Nichtwissen – Fragen einer Verrechtlichung im Kontext von Big Data in der modernen Biomedizin. In: G. Duttge, Ch. Lenk (Hrsg.) Das so-genannte Recht auf Nichtwissen: Normatives Fundament und anwendungspraktische Geltungskraft, Mentis: 83−117.
- M. Prictor, M. A. Lewis, A. J. Newson, M. Haas, S. Baba, H. Kim, M. Kokado, J. Minari, F. Molnár-Gábor, B. Yamamoto, J. Kaye, H. J. A. Teare (2019). Dynamic Consent: An Evaluation and Reporting Framework. In: Journal of Empirical Research on Human Research Ethics 14(5): 1−12.
- M. Thu Nguyen, J. Goldblatt, R. Isasi, M. Jagut, A. Hechtelt Jonker, P. Kaufmann, L. Ouil-lade, F. Molnár-Gábor, M. Shabani, E. Sid, A. M. Tassé, D. Wong-Rieger, B. M. Knoppers (2019).On behalf of the IRDiRC-GA4GH Model Consent Clauses Task Force. Model consent clauses for rare diseases research. In: BMC Medical Ethics 20: 55.
- B. M. Knoppers, F. Molnár-Gábor, M. Philips, J. O. Korbel, D. Townend (2018). Broaden human-rights focus on health data under GDPR, Nature 558: 189.
- F. Molnár-Gábor (2018). Germany: a fair balance between scientific freedom and data subjects’ rights? In: Human Genetics 137(8): 619−626.
- F. Molnár-Gábor, L. Kaffenberger (2018). Privacy Shield– Bedeutung des Angemessenheitsbeschlusses der EU-Kommission. Rechtsschutz bei der transatlantischen Verarbeitung personenbezogener Daten. In: Zeitschrift für Datenschutz 18(4): 162−168.
- F. Molnár-Gábor (2018). Die Regelung der wissenschaftlichen Forschung in der DS-GVO. In: J. Täger/Deutsche Stiftung für Rechtsinformatik (Hg.) Rechtsfragen digitaler Transformationen – Gestaltung digitaler Veränderungsprozesse durch Recht. Tagungsband Herbstakademie: 159−173.
Im Projekt organisierte Tagungen, Workshops, Seminare:
- Abschlusskonferenz des WIN-Kolleg-Projektes „Data sharing in transnational cancer genome oncology: practical and ethico-legal issues” 27.5.2019 (Glasgow).
- Tagung „Recht 4.0 – Innovationen aus den Rechtslaboren“ 2017 Heidelberg, zusammen mit der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik).
- Seminar „Datenverarbeitung in der Biomedizin: technische, normative und gesellschaftliche Herausforderungen“ (SoSe 2019/SoSe 2018, Schlüsselqualifikation, Juristische Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2 SWS)
KollegiatInnen:
- Dr. Fruzsina Molnár-Gábor
- Dr. Jan O. Korbel
Texte messen – Messungen interpretieren. Altertumswissenschaften und Digital Humanities als zukunftsträchtige Symbiose
Das Projekt setzt sich zum Ziel, die mit den Digital Humanities verbundenen Möglichkeiten bei der Textanalyse innerhalb der Altertumswissenschaften zu erkennen, die Auswirkungen der quantitativen Analyse auf die bisher etablierten Methoden zu reflektieren und in einem überdisziplinären Austausch mit modernen Philologien und Geschichtswissenschaften eine notwendig gewordene Neuverortung der eigenen Methoden zu leisten.
Weiterführende Informationen zum WIN-Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften unter: http://www.texte-messen.uni-freiburg.de
KollegiatInnen:
- Dr. des. Stylianos Chronopoulos (externer Link)
- PD Dr. Felix K. Maier (externer Link)
- Dr. Anna Novokhatko (externer Link)
Interdisziplinäre Forschungs- und Experimentierplattform zur empirischen Analyse juristischer Begriffssystematik
Projektgegenstand war die interdisziplinäre Entwicklung und exemplarische Erprobung einer frei zugänglichen Forschungs- und Experimentierplattform (CAL2Lab) zur datengestützten, rechtslinguistischen Analyse juristischer Sprache und Begriffssysteme. Die Plattform stellt auf Basis des Referenzkorpus des deutschsprachigen Rechts (JuReko) semiautomatische Werkzeuge zur Verfügung, um die Analyse der juristischen Begriffsbildung in mehreren relevanten Dimensionen vorzustrukturieren. Im Fokus steht die kontextuelle Bestimmtheit bzw. Unbestimmtheit juristischer Ausdrücke sowohl diachron (Begriffswandel über die Zeit) als auch synchron (Querschnitt durch juristische Schulen, Medien, Textsorten, Rechtsbereiche u.a.). Die Entwicklung und mitlaufende Erprobung der Plattform erfolgte in Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern der Rechtsphilosophie, Soziologie, Rechtslinguistik sowie Verantwortlichen aus der Gesetzgebungspraxis (BMJV).
Weiterführende Informationen zum WIN-Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und zur Konferenz unter: https://cal2.eu/index.php
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Gauer, Isabelle, Hanjo Hamann & Friedemann Vogel: Das juristische Referenzkorpus (JuReko). In: Burr (Hg.): DHd 2016: Modellierung – Vernetzung – Visualisierung. Leipzig: nisaba, 2. Aufl. 2017, S. 156–158. Online unter www.dhd2016.de/boa-2.0.pdf.
- Hamann, Hanjo & Friedemann Vogel (Hg.): The Fabric of Language and Law. Special Issue of the International Journal of Language & Law (JLL), 2017. 109 Seiten, online unter https://www.languageandlaw.eu/jll/article/view/361.
- Hamann, Hanjo & Friedemann Vogel: The Fabric of Language and Law. Towards an International Research Network for Computer Assisted Legal Linguistics (CAL²), in: Hamann/Vogel (voriger Eintrag), S. 101–109.
- Hamann, Hanjo & Friedemann Vogel: Die kritische Masse – Aspekte einer quantitativ orientierten Hermeneutik am Beispiel der computergestützten Rechtslinguistik. In: Schweiker/Hass/Novokhatko/Halbleib (Hg.): Messen und Verstehen in der Wissenschaft. Interdisziplinäre Ansätze. Wiesbaden: Metzler, 2017, S. 81–96.
- Hamann, Hanjo & Friedemann Vogel: Evidence-Based Jurisprudence meets Legal Linguistics – Unlikely Blends Made in Germany, BYU L. Rev., Jg. 43 (2018), S. 1473–1501.
- Hamann, Hanjo & Friedemann Vogel (2019): Seven Years of Language & Law. Editors’ Progress Report on the Journal of the International Language & Law Association, International Journal of Language & Law 8 (2019), S. 1–8.
- Vogel, Friedemann, Calculating legal meanings? Drawbacks and opportunities of corpus assisted legal linguistics to make the law (more) explicit. In: Stein/Giltrow (Hg.): The Pragmatic Turn in Law. New York/Boston: Mouton, 2016, S. 287–306.
- Vogel, Friedemann, Benjamin Bäumer, Fabian Deus, Jan Oliver Rüdiger & Felix Tripps: Die Bedeutung des Adjektivs „geschäftsmäßig“ im juristischen Fach- und massenmedialen Gemeinsprachgebrauch. Eine rechtslinguistische Korpusstudie als Beispiel für computergestützte Bedeutungsanalyse im Recht, in: LeGes 30 (2019) 3.
- Vogel, Friedemann, Isabelle Gauer & Hanjo Hamann: Juristische Semantik messend verstehen. CAL2Lab – Eine computergestützte Forschungs‑ und Experimentierplattform als Beitrag zu einer datengestützten Rechtslinguistik. In: Vogel (Hg.): Recht ist kein Text: Studien zur Sprachlosigkeit im verfassten Rechtsstaat. Berlin: Duncker & Humblot, 2017, S. 177–184.
- Vogel, Friedemann, Hanjo Hamann & Isabelle Gauer: Computer-Assisted Legal Linguistics: Corpus Analysis as a New Tool for Legal Studies, Law & Social Inquiry, Jg. 43 (2018), S. 1340–1363. DOI: 10.1111/lsi.12305.
Im Projekt organisierte Tagungen, Workshops, Seminare:
Konferenz The Fabric of Language and Law. Discovering Patterns through Legal Corpus Linguistics 18.-19.3.2016, Heidelberg.
Kollegiaten:
- Dr. Dr. Hanjo Hamann
- Prof. Dr. Friedemann Vogel
Religiöse Deutung und empirische Quantifizierung im mittelalterlichen Europa
Im Rahmen des WIN-Projekts „Die Vermessung der Welt“ sollte untersucht werden, welche Rolle dem Messen und Zählen als Beschreibungsmethode und Erklärungsmodell bei der Erfassung der Welt im mittelalterlichen Europa zukam. Das Projekt wurde in enger Verbindung mit dem geplanten Habilitationsprojekt des Antragstellers erarbeitet. Erste Ergebnisse liegen publiziert vor, eine umfassende Datenbank wurde angelegt und wird weiter fortgeführt. Inhaltlich hat sich gezeigt, dass das Thema der quantitativen Erfassung deutlich mehr Bereiche der mittelalterlichen Lebenswelt umfasst, als nur die Geographie. Während eine umfassende Bearbeitung wünschenswert wäre, bedingt der Projektansatz doch eine thematisch beschränkte Analyse.
Gott als Schöpfer vermisst mit einem Zirkel die Erde.
Altestamentarische Bibel, 1477, Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 16, fol. 9v.
Aus dem Projekt hervorgegangene Publikationen:
- Büttner Andreas, Mauntel, Christoph (2017): Zählt auch Klio? – Messen und Verstehen in der Geschichtswissenschaft. In: Schweiker M., Hass J., Novokhatko A., Halbleib R.: Messen und Verstehen in der Wissenschaft. Interdisziplinäre Ansätze. Wiesbaden, S. 43–55.
- Mauntel, Christoph/Oesterle, Jenny (2017): Wasserwelten. Ozeane und Meere in der mittelalterlichen christlichen und arabischen Kosmographie. In: Gerlinde Huber-Rebenich/Christian Rohr/Michael Stolz (Hg.): Wasser in der mittelalterlichen Kultur/Water in Medieval Culture. Gebrauch – Wahrnehmung – Symbolik/Uses, Perceptions and Symbolism. Berlin/Boston, S. 59–77. (Das Mittelalter, Beihefte 4)
- Mauntel, Christoph (2017): Vom Ozean umfasst. Gewässer als konstitutives Element mittelalterlicher Weltordnungen, In: Friedrich Edelmayer et al. (Hg.): Grenzen, Interaktionen, Konflikte, Interdisziplinäre Zugänge. Berlin/Boston, S. 57–74. (Studien zur Geschichte und Kultur der Iberischen und Iberoamerikanischen Länder)
- Mauntel, Christoph (2016): Die Vermessung der Welt. Religiöse Deutung und empirische Quantifizierung im mittelalterlichen Europa. In: Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 2015. Heidelberg, S. 291–294.S./302–306
Kollegiat:
Dr. Christoph Mauntel
Science and Contemporary Politics
Das im Mai 2017 abgeschlossene WIN-Kolleg-Forschungsvorhaben Wissen(schaft), Zahl und Macht ging dem Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Allgemeinen, und der Rolle von Zahlen im politischen Betrieb im Besonderen, nach. Das Folgeprojekt “Working Numbers”: Science and Contemporary Politics suchte an die in interdisziplinärer Arbeit gewonnenen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse unmittelbar anzuknüpfen, diese weiterzuentwickeln und über einen bewusst praxisorientierten Zugang für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger nutzbar zu machen. Im Ergebnis gelang es, konkrete Empfehlungen für den (europäischen) politischen Betrieb zu generieren, diese mit relevanten politischen Akteurinnen und Akteuren im Rahmen einer internationalen Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel zu diskutieren und damit die Nachhaltigkeit der in Buchform publizierten akademischen Forschungsergebnisse zu gewährleisten.
Aus dem Projekt hervorgegangene Publikation:
Prutsch, J. (Hg.): Science, Numbers and Politics. Basingstoke [etc.]: Palgrave Macmillan, 2019. Siehe https://www.palgrave.com/gp/book/9783030112073
Im Projekt organisierte Tagungen, Workshops, Seminare:
- Akademiekonferenz: Science, Numbers and Politics (28.-30.04.2016, Heidelberg).
- Konferenz: “'Working Numbers': Science and Contemporary Politics" (08.-10.06.2017, Heidelberg).
- Internationaler Workshop: “Science, Numbers and Politics: ‘Scientific Evidence’ and ‘Expert Knowledge’ in Contemporary Policy-Making” (20.-21.05.2019, Europäisches Parlament Brüssel).
- Internationale Konferenz: „Experts, knowledge and the (de)legitimization of European politics” (23.-24.05.2019, Universität Paris I Panthéon-Sorbonne).
Kollegiat:
PD MMag. Dr. Markus J. Prutsch, M.Res.
Reflexionen zur Methodik und deren Auswirkungen
In diesem Projekt wurden zwei Aspekte des täglichen Lebens – Schmerz und Komfort – in Hinblick auf Parallelen und Diskrepanzen ihrer Wahrnehmung und deren dynamische Veränderung (Adaption und Alliästhesie) interdisziplinär durch die Verbindung von psychologischer Schmerzforschung und bauphysikalischer Komfortforschung untersucht. Im ersten Teil des Projekts wurde erfolgreich eine aus qualitativen und quantitativen Elementen bestehende Methodik entwickelt, die es erlaubt, diese Prozesse besser zu messen und zu verstehen. Im zweiten Teil des Projekts lag der Fokus auf dem Verstehen und Erklären dynamischer Wahrnehmungsprozesse und deren Einflussgrößen. Das Projekt resultierte in wichtigen Ergebnissen, wie zum Beispiel der Erkenntnis, dass die unbedachte Verwendung von Skalen zur Einschätzung von Wahrnehmung zu Verzerrungen führen kann, wobei dazu Lösungsmethoden entwickelt und validiert wurden, wie auch die Beschreibung eines neuen theoretischen Konzepts der jahreszeitlichen Alliästhesie.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Becker S., Fuchs X., Schakib-Ektaban K., Schweiker M. (2020). What does "moderate pain" mean? Subgroups holding different conceptions of rating scales evaluate experimental pain differently. European Journal of Pain 24(39): 625–638. doi:10.1002/ejp.1514
- Schweiker M., Schakib-Ekbatan K., Fuchs X., Becker S. (2020). A seasonal approach to Alliesthesia. Is there a conflict with thermal adaptation? Energy and Buildings 212: 109745. doi:10.1016/j.enbuild.2019.109745
- Schweiker M., André M., Al-Atrash F., Al-Khatri H., Alprianti R.R., Alsaad H., Amin R., Ampatzi E.,Arsano A.Y., Montazami Azadehk, Azar E., Bahareh B., Batagarawa A., Becker S., et.al. (2020). Evaluating assumptions of scales for subjective assessment of thermal environments – do laypersons perceive them the way, we researchers believe? Energy and Buildings 211: 109761. doi:10.1016/j.enbuild.2020.109761
- Schweiker M., Abdul-Zahra A., Afonso de André M., Al-Atrash F., Al- Khatri H., Risky Alprianti R., Alsaad H., Amin R., Ampatzi E., Arsano A.Y., Azadeh M., Azar E., Bahareh B., Batagarawa A., Becker S., et al. (2019). The Scales Project, a cross-national dataset on the interpretation of thermal comfort scales. Scientific Data, 6(289): 1–10. doi:10.6084/m9.figshare.9805289
- Fuchs X., Becker S., Schakib-Ekbatan K., Schweiker M. (2018). Subgroups holding different conceptions of scales rate room temperatures differently. Building and Environment 128: 236–247. doi:10.1016/j.buildenv.2017.11.034
- Schakib-Ekbatan K., Becker S., Cannistraro A., Schweiker M. (2018). What do people associate with “cold” or “hot”? - Qualitative analyses of the ASHRAE-scales’ labels. In: 10th Windsor Conference – Rethinking Comfort.
- Schweiker M., Becker S. and Schakib-Ekbatan K. (2018). Thermal adaption and seasonal alliesthesia: Two conflicting concepts? In: 10th Windsor Conference - Rethinking Comfort.
- Becker S., Schweiker M. (2017). Reflexionen und Perspektiven zu den Forschungsfeldern thermischer Komfort am Arbeitsplatz und Schmerz. In: M. Schweiker, J. Hass, A. Novokhatko and R. Halbleib (eds.), Messen und Verstehen in der Wissenschaft. Springer: 187–206.
- Fuchs X., Schweiker M., Becker S. (2017). Do “cool” or “painful” mean the same to different people? Subgroups holding different conceptions of scales also show different responses under experimental conditions. In: Program of the 59th Conference of Experimental Psychologists (TeaP 2017), Dresden.
- Krause M.J., Becker S. (2017). Fazit – Messen und Verstehen der Welt durch Wissenschaft In: M. Schweiker, J. Hass, A. Novokhatko and R. Halbleib (eds.), Messen und Verstehen in der Wissenschaft – Interdisziplinäre Ansätze. Springer: 27–286.
- Schweiker M., Fuchs X., Becker S., Dovjak M., Shukuya M., Hawighorst M., Kolarik J. (2017). Challenging the assumptions related to the usage of thermal sensation scales. Building Research & Information 45(5): 572–589. doi:10.1080/09613218.2016.1183185
- Schweiker M., Hass J., Novokhatko A., Halbleib R. (eds.) (2017). Messen und Verstehen in der Wissenschaft. Springer: 187–206.
Im Projekt organisierte Tagungen, Workshops, Seminare:
- Workshop „Scales applied in thermal comfort research“, (April 2015) .
- Workshop „Wahrnehmung in Zahlen“ (03.06.2015, Heidelberg).
Internationales Symposium "Perception of Thermal Comfort and Pain - Are We Assessing Their Dynamics Right?" (9.-10.11.2017, Heidelberg).
KollegiatInnen:
- Dr. Susanne Becker
- Dr. Marcel Schweiker
Analyzing, Measuring and Forecasting Financial Risks by means of High-Frequency Data
Das Projekt hat das Ziel die Vorhersagbarkeit von Finanzrisiken zu verbessern (A) durch die Entwicklung neuer Methoden zum Messen und Vorhersagen dieser Risiken unter Verwendung hochfrequenter Daten und (B) durch die Entwicklung neuer Methoden zur Evaluation dieser Risikovorhersagen, vor allem in Krisenzeiten, in denen diese Vorhersagen am dringendsten benötigt werden. Die Forschung für dieses Projekt ist insbesondere relevant im Kontext der dramatisch steigenden Handelsaktivitäten an den Finanzmärkten und im Bezug auf die massiven Verluste der Finanzinstitutionen während und nach turbulenten Zeiten, die sowohl die Gesamtwirtschaft als auch die einzelnen Bürgerinnen und Bürger als Steuerzahlende betreffen.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Calzolari, G. and Halbleib, R. (2018), ‘Estimating stable factor models by indirect inference’, Journal of Econometrics 5, 280–301.
- Calzolari, G. and Halbleib, R. (2020), Modelling and forecasting covariance matrices: A simple model with stochastic volatility latent factors. Working Paper.
- Calzolari, G., Halbleib, R. and Zagidullina, A. (2020), ‘A latent factor model for forecasting realized variances’, Journal of Financial Econometrics, https://doi.org/10.1093/jjfinec/nbz036
- Dimitriadis, T. and Halbleib, R. (2019), How informative is high-frequency data for tail risk estimation and forecasting? an intrinsic time perspective. Working Paper.
- Dimitriadis, T., Halbleib, R. and Streicher, S. (2019), Estimating realized variance: An intrinsic time approach. Working Paper.
Kollegiatin:
Prof. Dr. Roxana Halbleib
Charakterisierung von durchströmten Gefäßen und der Hämodynamik mittels modell- und simulationsbasierter Fluss-MRI (CFD-MRI)
In diesem Projekt wurde die Kopplung von Strömungssimulation und Fluss-MRI vorgestellt und untersucht. Die Methode basiert auf einen Topologie-Optimierungsansatz, welcher die Differenz aus Simulations- und Messergebnis minimiert. Damit können zugrundeliegende Strukturen automatisch erkannt und das Rauschen in den Messdaten reduziert werden, was schließlich eine realitätsnahe Abbildung durch die Simulation und damit weitere Analysen ermöglicht. Die Methode wurde validiert und anschließend auf medizinische Einsatzgebiete angewandt. Dazu gehörten die Berechnung der Wandschubspannung in Arterien sowie die Anwendung der Methode auf Messdaten des Blutflusses in einer Aorta.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- F. Klemens, B. Förster, M. Dorn, G. Thäter, M. J. Krause. Solving fluid flow domain identification problems with adjoint lattice Boltzmann methods. Computers & Mathematics with Applications 79 (1), 17-33, 2020.
- F. Klemens, S. Schuhmann, R. Balbierer, G. Guthausen, H. Nirschl, G. Thäter, M. J. Krause. Noise reduction of flow MRI measurements using a lattice Boltzmann based topology optimisation approach. Computers & Fluids 197, 104391, 2020.
- F. Klemens, S. Schuhmann, G. Guthausen, G. Thäter, M. J. Krause. CFD-MRI: A coupled measurement and simulation approach for accurate fluid flow characterisation and domain identification. Computers & Fluids, 166, 218-224, 2018.
- M. J. Krause, B. Förster, A. Mink, H. Nirschl. Towards Solving Fluid Flow Domain Identification Problems with Adjoint Lattice Boltzmann Methods. Springer International Publishing, High Performance Computing in Science and Engineering´ 16, 337-353, 2016.
- H. Mirzaee, T. Henn, M. J. Krause, L. Goubergrits, C. Schumann, M. Neugebauer, T. Kuehne, T. Preusser, A. Hennemuth. MRI-based computational hemodynamics in patients with aortic coarctation using the lattice Boltzmann methods: Clinical validation study. Journal of Magnetic Resonance Imaging 45 (1), 139-146, 2016.
Kollegiat
Dr. Mathias J. Krause
Wie erfassen wir, was wir nicht messen können?
Das Projekt dient dem besseren Verständnis des menschlichen Spiegelneuronensystems, das als neuronale Grundlage sozialer Kognition angesehen wird. Die beim Menschen anwendbaren, nicht-invasiven Messmethoden erlauben jedoch nur einen begrenzten Einblick in die Physiologie und Funktion dieses Systems. Deshalb wurde in dem Projekt ein multimodaler Erhebungsansatz mit computational modelling kombiniert, um neue Erkenntnisse über das menschliche Spiegelneuronensystem zu gewinnen, die sonst nur mithilfe von invasiven Einzelzellableitungen möglich wären. In der ersten Förderperiode hatten wir das Ziel, mehr über die Physiologie des Spiegelneuronensystems zu lernen und in der zweiten Förderperiode, unser Wissen über die Funktionalität zu erweitern. Wichtig war uns dabei, durch die Kooperation zwischen Psychologie und Physik bestehende Hindernisse in den Erkenntnismöglichkeiten zu überwinden.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Sadeghi, S., Schmidt, S.N., Mier, D., Hass, J. (eingereicht). Dynamic Causal Modelling for fMRI with Wilson-Cowan based neuronal equations.
- Schmidt, S.N., Hass, J., Kirsch, P., Mier, D. (eingereicht). The human mirror neuron system: A common neural basis for social cognition?
- Schmidt, S.N., Sojer, C.A., Hass, J., Kirsch, P., Mier, D. (2020). fMRI adaptation reveals: The human mirror neuron system discriminates emotional valence. Cortex 128: 270–280.
- Yan, Z., Schmidt, S.N., Frank, J., Witt, S.H., Hass, J., Kirsch, P., Mier, D. (2020). Hyperfunctioning of the right posterior superior temporal sulcus in response to neutral facial expressions presents an endophenotype of schizophrenia. Neuropsychopharmacology.
- Hass, J., Ardid, S., Sherfey, J., Kopell, N. (2019). Constraints on Persistent Activity in a Biologically Detailed Network Model of the Prefrontal Cortex with Heterogeneities. bioRxiv: 645663.
- Mier, D.U., Hass, J. (2017). Psychologie und Physik–Eine nicht-invasive Annäherung an die Funktionsweise des menschlichen Spiegelneuronensystems. In Messen und Verstehen in der WissenschaftSpringer Fachmedien Wiesbaden: 173–186.
- Schweiker, M., Hass, J., Novokhatko, A., Halbleib, R. (Eds.) (2017). Messen und Verstehen in der Wissenschaft: Interdisziplinäre Ansätze. Springer Fachmedien Wiesbaden.
- Hass, J., Hertäg, L., Durstewitz, D. (2016). A Detailed Data-Driven Network Model of Prefrontal Cortex Reproduces Key Features of In Vivo Activity. PLoS Comput. Biol. 12(5): e1004930. https://doi.org/10.1371/journal.pcbi.1004930.
KollegiatInnen:
- Prof. Dr. Joachim Hass
- Prof. Dr. Daniela Mier
Spielräume und Korrelationen quantitativer und qualitativer Welterschließung
Die Vertiefung des Projektansatzes (2017−2019) setzt an drei Erkenntnissen aus der ersten Förderphase (2015−2017) an, dass 1. Qualität und Quantität keine wissenschaftlichen Methoden, sondern Erschließungskategorien repräsentieren, dass 2. ,Quantifizieren‘ und ,Deuten‘ im Prozess der Erschließung von Texten immer schon zusammenhängen und dass 3. die dichotome Auffassung von Geisteswissenschaften als qualitativ/subjektiv sowie Naturwissenschaften als quantitativ/objektiv stärker in Frage zu stellen ist. Darauf aufbauend wird die vorgelagerte wissenschaftstheoretische Frage formuliert, ob nicht bereits das wissenschaftliche Objekt per se qualitativ und quantitativ ist und somit jede Wissenschaft auf beide Zugänge zurückgeworfen ist, will sie zur Erfassung dieses Objekts beitragen. Zudem soll ergänzend zu Qualität und Quantität die wenig beachtete Erschließungskategorie der Relation in die Methodendiskussion eingeführt werden.
Aus dem Projekt hervorgegangene Publikationen:
- Jana Pacyna: (Re)counting History. Anselm of Canterbury and the English Investiture Conflicts. Perspectives of the Historical Network Analysis. (Im Brill-Verlag erscheinende Veröffentlichung zur Konferenz “Reading Anselm: Context and Criticism”, Boston College 27-30 July 2015; voraussichtlich erscheinend 2020).
- Claudia Lauer: Die Kunst der Intrige. Studien zur höfischen Epik des 12. Jahrhunderts. Heidelberg 2020.
- Claudia Lauer: Literarisches Erzählen. Ein theoretisches Experiment zum mittelalterlichen Erzählen im Spannungsfeld von Quantität und Qualität. In: E. Feistner (Hg.): Er-zählen und Rechnen als Paradigma historischer Narratologie? Mediävistische Beiträge zur Interaktion zweier ungleicher Erzählpraktiken. Oldenburg 2018 (BmE Themenheft 2), S. 65-89 (online).
- Claudia Lauer/Jana Pacyna: Zählen und Erzählen. Mittelalterliche Literatur- und Geschichtswissenschaft im methodischen Dialog. In: M. Schweikert u.a. (Hgg.): Messen und Verstehen in der Wissenschaft. Interdisziplinäre Ansätze. Wiesbaden 2017, S. 23-41.
- Jana Pacyna/Michael Ott: Visualisierung als Provokation? Netzwerkanalysen in der Mediävistik und in den Altertumswissenschaften. In: Blog des SFB 933 Materiale Textkulturen: Materialität und Präsenz des Geschriebenen (https://sfb933.hypotheses.org/1211).
- Jana Pacyna/Rodney Ast/Clementina Caputo/Michael Ott: Nodes, edges and diagrams. In: Blog des SFB 933 Materiale Textkulturen: Materialität und Präsenz des Geschriebenen (https://sfb933.hypotheses.org/782)
Im Projekt organisierte Tagungen, Workshops, Seminare:
- Interdisziplinäre und internationale Tagung: „Visualisierung als Provokation? Netzwerkanalysen in der Mediävistik und in den Altertumswissenschaften“ (03.-04.04.2019, Heidelberger Akademie der Wissenschaften und SFB 933 „Materiale Textkulturen“ Universität Heidelberg).
- Interdisziplinärer und internationaler Workshop: „Zählen und Erzählen. Quantitative und qualitative Methodiken im geisteswissenschaftlichen Dialog“ (27.-28.11.2015 Heidelberg).
- Proseminar: „Der Streit um die Investitur: England und das Heilige Römische Reich im Vergleich“ (3 SWS, WS 2018/19, Universität Tübingen) Inkl. 2 Sitzungen: „Digital History, Historical Databases, Historical Network Analysis”
- Proseminar: „Investiturkonflikte im Vergleich. England und das Heilige Römische Reich 1076 −1122“ (4 SWS, SoSe 2018, Universität Heidelberg) Inkl. 2 Sitzungen: „Digital History, Historical Databases, Historical Network Analysis”
- Quellenübung: „Anselm von Canterbury zwischen Klosterleben und Investiturkonflikten im anglonormannischen Reich des 11. Jahrhunderts“ (2 SWS, WS 2017/18S Universität Heidelberg) Inkl. 3 Sitzungen: „Digital History, Historical Databases, Historical Network Analysis”
Kollegiatinnen:
- Dr. Jana Pacyna
- Jun.-Prof. Dr. Claudia Lauer (akzessorisch)
Geo-Informatik als methodische Brücke in der interdisziplinären Naturgefahrenanalyse (NEOHAZ)
Im NEOHAZ Projekt wird eine Kombination aus Methoden, Wertvorstellungen und Konzepten der Geographie, Soziologie und Informatik genutzt. Die Neogeographie kann vereinfacht als die Erfassung, das Teilen und die Analyse von geographischen Daten durch Bürgerinnen und Bürger verstanden werden. Die betroffene Bevölkerung wird anhand neuer partizipativer Methoden integriert, indem lokales Wissen über Naturgefahren erfasst wird. Dadurch können das individuelle Risikobewusstsein und die Bereitschaft zu Mitigationsmaßnahmen auf lokaler Ebene erhöht und kontextgerechte Maßnahmen auf regionaler Ebene umgesetzt werden. Die entwickelten Methoden werden in Santiago de Chile, das regelmäßig von urbanen Überschwemmungen betroffen ist, angewendet und evaluiert. Zusätzlich wird die Methodik in Eberbach (Neckar) getestet, was einen geographischen Vergleich und eine Evaluierung der Übertragung erlaubt.
Weitere Informationen zum Projekt unter: www.geog.uni-heidelberg.de/gis/neohaz.html
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Klonner, C., Usón, T.J., Aeschbach, N., Höfle, B. (under review): Participatory Mapping and Visualization of Local Knowledge: An Example from Eberbach, Germany. International Journal of Disaster Risk Science.
- Klonner, C., Usón, T.J., Marx, S., Mocnik, F.B., Höfle, B. (2018): Capturing Flood Risk Perception via Sketch Maps. ISPRS International Journal of Geo-Information 7: 359.
- Höfle, B. (2017): Messen und Verstehen der Welt durch die Geoinformatik am Beispiel von Naturgefahren. In: Schweiker, M., Hass, J., Novokhatko, A., Halbleib, R.: Messen und Verstehen in der Wissenschaft: Interdisziplinäre Ansätze: 207-223.
- Klonner, C., Eckle, M., Usón, T., Höfle, B. (2017): Quality Improvement of Remotely Volunteered Geographic Information via Country-Specific Mapping Instructions. In: Proceedings of the ISCRAM 2017 Conference. Albi, France: 939–947.
- Klonner, C., Marx, S., Usón, T., Porto de Albuquerque, J., Höfle, B. (2016a): Volunteered Geographic Information. In: Natural Hazard Analysis: A Systematic Literature Review of Current Approaches with a Focus on Preparedness and Mitigation. ISPRS International Journal of Geo-Information 5: 103.
- Klonner, C., Marx, S., Usón, T., Höfle, B. (2016b): Risk Awareness Maps of Urban Flooding via OSM Field Papers- Case Study Santiago de Chile. In: Proceedings of the ISCRAM 2016 Conference. Rio de Janeiro, Brazil: 1–14.
- Usón, T.J., Klonner, C., Höfle, B. (2016): Using participatory geographic approaches for urban flood risk in Santiago de Chile: Insights from a governance analysis. Environmental Science & Policy 66: 62–72.
- Höfle, B., Forbriger, M., Klonner, C., Marx, S., Uson, T. (2015): Neogeographie einer Digitalen Erde: Geo-Informatik als methodische Brücke in der interdisziplinären Naturgefahrenanalyse (NEOHAZ). In: Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Jahrbuch 2014: 259–264.
Im Projekt organisierte Tagungen, Workshops, Seminare:
- Geoinformatikkurs des Masterstudiengangs „Governance of Risk and Resources“ am Heidelberg Center Lateinamerika (HCLA) in Santiago de Chile
- Kurs am Geographischen Institut der Universität Heidelberg: „Disaster Mapping 2.0 in Action: A project-based course on the use of Volunteered Geographic Information in Disaster Risk Management“.
Kollegiat:
Prof. Dr. Bernhard Höfle
Zur Übersetzung von Wissen in Verstehen
Der Grundansatz des Projekts bestand in der empirischen Ermittlung der wahrnehmungsprägenden Wirkung von Metaphern im rechtspolitischen Diskurs. Dazu wurde das in den letzten Jahren breit diskutierte Phänomen der „Leihmutterschaft” herangezogen. Dieses eignet sich deshalb so gut, weil es mit einer kontraintuitiven Metapher arbeitet: Während „Leihe” grundsätzlich die unentgeltliche Gebrauchsüberlassung bedeutet, wird „Leih”-Mutterschaft ganz überwiegend gegen Bezahlung, mithin: entgeltlich, durchgeführt. Die empirische Untersuchung des Effekts, den etwa die Leihmetapher auf die Wahrnehmung von Leihmutterschaft hat, ist überaus komplex. Deshalb konnte die Arbeitsgruppe in zwei Jahren lediglich eine Vorstudie durchführen, die einen Fragebogen ergab, mit dem nun die Hauptstudie durchgeführt werden kann. Die Forschung geht also auch nach dem offiziellen Abschluss des Projekts weiter. Alle Beteiligten haben zugesichert, auch diese folgenden Publikationen dem WIN-Projekt und der HAdW zuzurechnen.
Im Projekt entstandene Publikationen:
- Mohnke M., Thomale C., Roos Y., Christmann U. (2019). Development and Validation of an “Attitude toward Surrogacy Questionnaire“ in a German Population. Journal of Reproduktionsmed. Endokrinol 16 (1), 6–14.
- Thomale, Chris. Das Kinderwohl ex ante – Straßburger zeitgemäße Betrachtungen zur Leihmutterschaft. Praxis des internationalen Privat- und Verfahrensrechts (IPRax), Bielefeld (Gieseking Verlag), 2017, S. 583-590 (Editor-reviewed).
- Thomale, Chris. State of play of cross-border surrogacy arrangements – Is there a case for regulatory intervention by the EU“, Journal of Private International Law (JPIL) London (Taylor & Francis), 2017, S. 463-473 (Peer-reviewed).
- Thomale, Chris. Anerkennung kalifornischer Leihmutterschaftsdekrete in der Schweiz, Praxis des internationalen Privat- und Verfahrensrechts (IPRax), Bielefeld (Gieseking Verlag), 2016, S. 177-181 (Editor-reviewed).
- Thomale, Chris. Anerkennung ukrainischer leihmutterschaftsbasierter Geburtsurkunden in Italien, Praxis des internationalen Privat- und Verfahrensrechts (IPRax), Bielefeld (Gieseking Verlag), 2016, S. 493-498 (Editor-reviewed).
Kollegiat:
Prof. Dr. Chris Thomale