Ein Projekt stellt sich vor

Das Wörterbuch der altgaskognischen Urkundensprache - kurz DAG genannt (Dictionnaire onomasiologique de l’ancien gascon) - ist ein Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Vorsitzender der projektbegleitenden Kommission ist Prof. Dr. Christian Mair, die Forschungsstelle wird geleitet von Prof. Dr. Martin-Dietrich Glessgen.  

Der DAG betreibt wichtige Grundlagenforschung der Romanistik und füllt mit der Erfassung und Dokumentation des Altgaskognischen (11.-15. Jh.) eine große Wissenslücke. Hierfür werden Dokumente wie Urkunden, Register oder festgehaltene Stadtrechte ausgewertet, die die Gesellschaft, Wirtschaft und Alltagskultur dieser mittelalterlichen Sprachgruppe anschaulich machen. Es ist das erste lexikographische Unternehmen zu dieser Varietät.      

Das Gaskognische stellt eine der vier Ausprägungen des Galloromanischen dar und wurde von unterschiedlichen externen Faktoren geprägt: So hatten das Baskische und möglicherweise auch nicht-indogermanischen Sprachen einen linguistischen Einfluss ebenso wie das Englische, da das Sprachgebiet von 1152 bis 1451/53 unter englischer Herrschaft stand. Auch die Nähe zu Toulouse, einem damaligen interkulturellen Zentrum der Macht und Kultur, hinterließ ihre Spuren in der Sprache. 

Das Gaskognische besitzt eine besondere „genetische“ und typologische Nähe zum Okzitanischen, was auch die Geschichte des DAG zeigt. Zu Beginn der Projektlaufzeit ab 1955 verlief es unter der Leitung von Kurt Baldinger parallel zum DAO (Dictionnaire onomasiologique de l’ancien occitan), das im Jahr 2006 zum Abschluss gebracht wurde. Seither wurde man der neuen Technologie gerecht und handhabt neben dem DAG ein elektronisches Wörterbuch, das sogenannte DAGél, unter der Leitung von Martin Glessgen und in Zusammenarbeit mit Sabine Tittel.

Weitere Informationen unter:

www.hadw-bw.de/dag.html