Marcel Böhme
Karlstraße 5
69117 Heidelberg
Publikationen
Sammelband (Herausgabe)
- Südwestdeutsche Theologenbriefwechsel. Kirchen- und kulturgeschichtliche Einblicke. Christoph Strohm zum 65. Geburtstag (Heidelberger Forschungen 48), Heidelberg 2023 (hrsg. zusammen mit Max Graff und Judith Steiniger).
Aufsätze
- Differenzwahrnehmung in Melanchthons Gutachten zum Abendmahlsstreit. Der Übergang der Kurpfalz zum Reformiertentum 1559–1561 im Spiegel der Briefe Paul Einhorns, in: Südwestdeutsche Theologenbriefwechsel. Kirchen- und kulturgeschichtliche Einblicke, Heidelberg 2023 [= Nr. 1], S. 59–90.
- Von der Online-Dokumentation zur gedruckten kritischen Auswahledition. Plädoyer für ein mehrstufiges Editionsmodell am Beispiel der Erschließung frühneuzeitlicher Theologenbriefwechsel, in: Wolfgang Huschner / Sebastian Roebert (Hrsg.): Briefeditionen. Überlieferung – Regest – Kommentar – Register (bei den Herausgebern).
Editionen
- Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550–1620). Kritische Auswahledition, Band 2: Kurpfalz I (1556–1583). Im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hrsg. von Christoph Strohm (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 99), Gütersloh 2022, Bearbeiter der Editionen Nr. 11, 15, 16, 32, 33, 36, 37, 49, 111, 119 und 128.
- Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550–1620). Kritische Auswahledition, Band 3: Straßburg I (1549–1577). Im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hrsg. von Christoph Strohm (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 109), Gütersloh 2024, Bearbeiter der Editionen Nr. 2, 10, 11, 17, 38, 74, 77 und 108.
- »Der newe Gutzgauch, der 7 Jar lang ist außgebrütet worden vnd erst diesen Winter außgeflogen« (1584). Das lutherische Intermezzo der kurpfälzischen Reformationsgeschichte als Stoff für eine satirische Dialogflugschrift, in: Max Graff / Florian Schreiber (Hrsg.): Vom Suchen und Finden. Beiträge zur Erschließung und Erforschung spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Quellen. Thomas Wilhelmi zum 70. Geburtstag, Sandersdorf-Brehna 2025, S. 251–282.
Dissertationsprojekt (Zusammenfassung)
Obrigkeitliche Konfessionswechsel und ihre Folgen. Die kurpfälzische Religionspolitik unter Friedrich III. (1559–1576), Ludwig VI. (1576–1583) und Johann Casimir (1583–1592)
Die Kurpfalz als eines der bedeutendsten weltlichen Territorien im Alten Reich mit dem Zentrum Heidelberg war im 16. Jahrhundert mehrmals einem Konfessionswechsel ausgesetzt, der sich jeweils mit dem Herrscherwechsel vollzog. Aufgrund des landesherrlichen ius reformandi verlief die religiös-konfessionelle Geschichte besonders im rheinpfälzischen Landesteil singulär. Unter Kurfürst Friedrich III. bildete sich ein Zentrum des Reformiertentums mit europäischer Vernetzung. Bedeutsam für die Konfessionalisierung im Südwesten des Reichs war auch die Regierungszeit seines Sohnes, Kurfürst Ludwigs VI., der als Statthalter der Oberpfalz beim Luthertum verblieben war und dieses nun wieder in der Rheinpfalz einzuführen versuchte. Zur Relutheranisierung der Kurpfalz existiert bislang noch keine eigenständige Untersuchung. Unter dem Kuradministrator Johann Casimir kehrte die Kurpfalz schließlich in kurzer Zeit wieder zum reformierten Bekenntnis zurück. Eine systematische Analyse der innerevangelischen Konfessionsveränderungen und ihrer Auswirkungen ist ein Forschungsdesiderat, das mit der Dissertation geschlossen wird. Dabei wird besonders die politische Implementierung der obrigkeitlichen Konfession und die Resonanz in der Bevölkerung in den Blick genommen. Zudem wird das Profil zentraler kirchenleitender Theologen (Generalsuperintendent, Hofprediger) auf Grundlage ihrer Korrespondenzen ermittelt, die im Zuge des Forschungsprojekts Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550–1620) erstmals erschlossen werden. Durch die Erforschung der Konfessionswechsel wird ein Beitrag zum politischen Umgang mit konfessioneller Pluralität bzw. Koexistenz im Untersuchungszeitraum geleistet. Wichtige Problemfelder, über die in diesem Zusammenhang neue Erkenntnisse zur kurpfälzischen Konfessionalisierungsgeschichte gewonnen werden können, sind unter anderem: Gewissens- und Bekenntnisfreiheit der Untertanen; Kompetenzen weltlicher Obrigkeiten in Religionsfragen und deren Infragestellung; Zusammenhang von Konfessionalisierung und Territorialstaatsbildung; Konversion und Konformität; religiöse Indifferenz und konfessioneller Synkretismus; Produktivität konfessioneller Konkurrenz.
Vorträge
- Grundfragen der quantitativen Analyse von Theologenbriefwechseln (zusammen mit Stefan Aderhold und Daniel Degen, Workshop „Möglichkeiten computergestützter Auswertung von historischen Korrespondenzen“, Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 9. Februar 2022)
- Von der Online-Dokumentation zur gedruckten kritischen Auswahledition – Plädoyer für ein mehrstufiges Editionsmodell (Tagung „Briefeditionen. Überlieferung, Regest, Kommentar, Register“, Kommission für Interkulturelle Historische Grundwissenschaften der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, 16. Juni 2023)