Jahresfeier 2026

Festvortrag von Prof. Dr. Jonas Grethlein

Prometheus. Die moderne Technik im Licht eines antiken Mythos

Prometheus ist eine der wenigen Figuren der antiken Mythologie, die heute noch präsent sind – als Feuerbringer ist er zum Sinnbild für Kultur und Zivilisation geworden. Nicht zuletzt Kritiker des technischen Fortschritts greifen auf ihn zurück: Nachdem Günter Anders den Begriff der prometheischen Scham geprägt hat, haben zuletzt Martina Heßler von prometheischer Hilflosigkeit und Peter Slotderdijk von prometheischer Reue gesprochen. Nach einem kurzen Überblick über diese Prometheus-Rezeptionen geht der Vortrag zu ihrem antiken Ursprung zurück. Ein Blick auf die Tragödie Der Gefesselte Prometheus kann das Verständnis des prometheischen Erbes in der Gegenwart schärfen. Im Prisma des antiken Mythos zeichnet sich das prometheische Paradox ab, in welches der moderne Weltzugriff führt.

Prof. Dr. Dr. h. c. Jonas Grethlein ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er studierte Griechische und Lateinische Philologie sowie Geschichte in Göttingen, Oxford und Freiburg. Nach einem zweijährigen Aufenthalt an der Harvard University war Jonas Grethlein 2007 Assistant Professor an der University of California in Santa Barbara (USA). Seit 2008 ist er Professor für "Klassische Philologie: Griechische Literaturwissenschaft" an der Universität Heidelberg. Er wurde mit zahlreichen Preisen für sein wissenschaftliches Werk geehrt, darunter erhielt er von der DFG den Heinz Maier-Leibnitz-Preis (2006) und den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis (2024).


Weitere Programmpunkte:

  • Grußwort von Dr. Hans J. Reiter, Ministerialdirektor und Amtschef im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Bericht aus der Jungen Akademie I HAdW
  • Bericht des Präsidenten
  • Preisverleihung 


Musikalische Umrahmung

Clemens Seewald (Bariton)
Elitsa Desseva (Piano)

Teil I 
Franz Schubert „Prometheus“ (D 674) 

Teil II „Die Schatten des Feuers“ 
Franz Schubert „Die Götter Griechenlands“ (D 677) 
Georg Kreisler „Meine Freiheit. Deine Freiheit“ 

Teil III „Das Licht des Feuers“ 
Vaughan Williams „Let Beauty Awake“ (aus Songs of Travel) 
Gustav Holst „What the Heart Worships“

 

Date : 20 juin 2026

Lieu : Ancienne aula de l'université de Heidelberg, Grabengasse 1

Début : 11 h

-Réservé aux invités-

Inscription à l'adresse : www.hadw-bw.de/inscription-anniversaire

Prométhée, porteur du feu, dans un tableau de Maxfield Parrish, 1919.
Sur une banderole qui apparaît au-dessus de Prométhée, dans la partie supérieure du tableau, figurent les noms « Edison » et « Mazda ». Au milieu de ces deux noms se trouve un quadrilobe représentant une ampoule. Edison Mazda était une marque américaine de General Electric (GE) spécialisée dans les ampoules à incandescence, utilisée de 1909 à 1945.

Prométhée, porteur du feu, tableau de Maxfield Parrish