Im Zeitalter der Polykrise

Im Zeitalter der Polykrise: Wie komplexe Krisen entstehen und wie wir ihnen begegnen können

In den letzten Jahren hat die Welt verschiedenartige Krisensituationen erlebt, die als komplexes System aus parallelen, sich überlagernden und miteinander verbundenen Krisen verstanden werden können. Diese Polykrisen können potentiell das Versagen gesellschaftlicher und politischer Systeme verursachen, sind aber bislang konzeptionell sowie in ihrer Wirkung wissenschaftlich unterbeleuchtet. Dieses interdisziplinär angelegte Projekt zielt darauf ab, das Spannungsfeld zwischen komplexen Krisen und der notwendigen gesellschaftspolitischen Reduktion dieser Komplexität zu untersuchen. Denn gerade die Komplexitätsreduktion birgt das Risiko Krisenkommunikation scheitern zu lassen oder gesellschaftliche Diskurse zu polarisieren.

Bislang gibt es keine theoriegeleitete konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Begriff Polykrise in den Sozialwissenschaften. Die bislang erfolgte Anwendung auf empirische Beobachtungen ist  nicht ausreichend theoretisiert und somit bleibt es analytisch nebulös, wie eine Polykrise erkannt werden kann und welche Einzelkrisen in welcher Form ein komplexes System aus systemischen Risiken bilden. Wir sehen daher in der sozialwissenschaftlichen Konzeptualisierung von Polykrisen eine Möglichkeit der Komplexitätsreduktion. Darüber hinaus gibt es bislang kaum empirische Analysen bezüglich des Verlaufs, dem Management sowie den Konsequenzen von Polykrisen für Gesellschaften und Staaten. Dies ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass die Wissenschaft noch keinen Konsens über eine adäquate Konzeptionalisierung von Polykrisen erreicht hat. Zum anderen zeigt sich aber bei den wenigen empirischen Untersuchungen, dass die Analyse von Polykrisen und deren Komplexitätsreduktion methodisch herausfordernd ist.

Das Forschungsprojekt möchte die Entstehung, Entwicklung und den Verlauf von Polykrisen konzeptualisieren, sowie ihre Wirkung auf gesellschaftliche und politische Diskurse und damit das Krisenmanagement untersuchen, um Erkenntnisse zu liefern, wie diesen neuartigen Krisen begegnet werden kann. Zu diesem Zweck möchten wir in diesem Forschungsprojekt zwei Frage beantworten:

  1. Wie können die Dynamiken (Entstehung, Entwicklung, Verlauf) von Polykrisen effektiver beschrieben und konzeptualisiert werden?
  2. Wie wirken globale Polykrisen auf gesellschaftliche und politische Diskurse hinsichtlich des Krisenmanagements und deren Komplexitätsreduktion?

Um sich dem Themenkomplex Polykrisen und deren Wirkung anzunähern werden Theorieansätze und Forschungsmethoden aus den Internationalen Beziehungen und den Amerikastudien kombiniert, dazu zählen z.B. Komplexitätstheorie, die Theorie der ontologischen Sicherheit sowie Methoden aus der korpus-gestützten Diskursanalyse.

In einem ersten Schritt im Arbeitsprogramm dieses Forschungsprojekts werden auf der Grundlage der Literatur zu Internationalen Beziehungen, Polyzentrismus, Soziologie und Komplexitätsforschung theoretische Annahmen entwickelt, die sich mit der Frage befassen, wie polyzentrische Krisen konzeptualisiert werden können und welche möglichen Auswirkungen verschiedene Polykrisen auf Nationalstaaten und deren Gesellschaften haben können. Wenngleich die IB-Forschung sich umfassend mit dem Krisenbegriff beschäftigt hat, so fehlt es der Disziplin bislang an einem systematischen Verständnis dafür, was „Polykrise“ bedeutet und umschließt. Vor diesem Hintergrund integriert dieses Forschungsprojekt in einem ersten Schritt Ansätze zur Konzeptbildung, um eine gründliche Konzeptualisierung von Polykrise zu entwickeln. Dies soll dazu beitragen, die weit verbreitete Unsicherheit und Komplexität zu verstehen, die zu charakteristischen Merkmalen der heutigen internationalen Politik geworden sind.

In einem zweiten Schritt nutzen wir sodann das entwickelte Konzept der Polykrise und untersuchen auf der Grundlage eines Mixed-Methods-Ansatzes konkret inwiefern sich gesellschaftliche sowie politische Diskursformationen im Kontext globaler Polykrisen formieren. Der erste Fall behandelt die Polykrise globaler Klimawandel und Naturkatastrophen sowie soziale, gesellschaftliche und politische Faktoren, die deren Auswirkungen negativ befördern. Der zweite Fall untersucht die Polykrise Ukraine-Krieg und damit zusammenhängende Wirtschafts-, Nahrungsversorgungs- und Energiekrise. Beide Fälle stellen aufgrund ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit Idealtypen einer Polykrise da, variieren aber potentiell hinsichtlich ihrer Diffusion und Nicht-Linearität.

Polykrisen werden aufgrund ihrer diffusen Komplexität innerhalb von Gesellschaften oft unterschiedlich wahrgenommen, sodass Dissens darüber besteht, ob eine Krisensituation überhaupt besteht, wer oder was die Krise verursacht hat und wie sie überwunden werden kann. Aufgrund ihrer Komplexität und der scheinbar nicht enden wollenden Unsicherheit haben Polykrisen das Potential, Krisendiskurse zu polarisieren, was wiederum das Krisenmanagement beeinflussen kann. Durch den methodischen Ansatz der quantitativen und qualitativen Diskursanalyse soll sich das Projekt an das Konzept der Polykrise annähern und dabei Einblicke in staatliches Handeln in diesen Krisensituationen und die Wahrnehmung dessen geben. Die USA sind hier als globale Supermacht weiterhin entscheidend. Das Projekt will aber auch Vergleiche zu anderen politischen Systemen, wie etwa Deutschland ziehen. Hier interessiert uns, welche Rolle Diskursmuster und -Akteure bei der Wahrnehmung und Adressierung von komplexen Krisen spielen und ob diese zur effektiven Bewältigung von Polykrisen (Komplexitätsreduktion) beitragen. Aufgrund ihrer besonderen Komplexität vermitteln Polykrisen ein hohes Maß an Unsicherheit hinsichtlich der zu erwartenden materiellen und immateriellen Kosten für Gesellschaft und Staat. Folglich sind Regierungen, Gesellschaften und Individuen bestrebt, die enorme Komplexität heutiger Polykrisen zu reduzieren, um gesellschaftliche Vermittlung und Akzeptanz für das Krisenmanagement überhaupt zu legitimieren.

Das WIN-Kolleg bietet für unser Forschungsprojekt attraktive Bedingungen zur interdisziplinären Zusammenarbeit und Vernetzung. Bei der Betrachtung von Wahrnehmung und Kommunikation in Krisensituationen kann das Projekt von der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen profitieren, etwa bei der Frage, wie sich Krisenkommunikation nicht nur auf nationaler und gesellschaftlicher Ebene entfaltet, sondern wie diese auch auf individueller, mentaler Ebene von Menschen verarbeitet wird. So können gesellschaftliche Auswirkungen von Polykrisen ganzheitlich gedacht und auch die individuelle Krisenvulnerabilität und –Resilienz betrachten werden.

WIN-Kollegiatinnen und -Kollegiaten

 

Dr. Gordon M. Friedrichs

Gordon Friedrichs ist Senior Research Fellow in der MAGGI Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Zuvor war er Fulbright Schuman Fellow am Kellogg Institute for International Studies an der University of Notre Dame sowie Postdoc am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg.

Seine Forschungsschwerpunkte sind internationale Beziehungen und vergleichende Außenpolitikanalyse. Insbesondere beschäftigt er sich in seiner Forschung mit (1) den Auswirkungen von Polarisierung und Populismus auf die Außenpolitik von Demokratien, mit Schwerpunkt auf den USA; (2) der Widerstandsfähigkeit und Transformation von Global Governance Institutionen; sowie (3) den zwischenstaatlichen Beziehungen in Ostasien und im asiatisch-pazifischen Raum. Generell interessiert ihn, wie das Zusammenspiel zwischen Innen- und Außenpolitik die Rolle von Staaten in den Bereichen Sicherheit, Handel und Rechtstaatlichkeit beeinflusst.

Er hat drei Bücher veröffentlicht: U.S. Global Leadership Role and Domestic Polarization: A Role Theory Approach (Routledge, 2020), The Politics of Resilience and Transatlantic Order (zusammen mit Sebastian Harnisch & Cameron Thies, Routledge, 2019), und National Role Conceptions in a New Millennium: Defining a Place in a Changing World (gemeinsam herausgegeben mit Michael Grossman und Francis Shortgen, Routledge, 2022). Seine Forschung wurde außerdem u.a. in International Studies Review, Foreign Policy Analysis, International Politics, Journal of Global Security Studies, International Relations, sowie der Zeitschrift für Internationale Beziehungen publiziert.

Weitere Informationen über Gordon Friedrichs finden Sie hier.

 


Dr. Natalie Rauscher

Natalie Rauscher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Post-Doc) am Heidelberg Center for American Studies (HCA) der Universität Heidelberg. Zu ihren Forschungsthemen gehören öffentliche und politische Diskurse zur Zukunft der Arbeit und der Plattform Ökonomie in den USA. Zu ihren weiteren Forschungsschwerpunkten gehören Themen wie soziale Bewegungen, Social Media, US-amerikanische Philanthropie und Think Tanks, sowie Naturkatastrophen in den USA. 

In ihrem Post-Doc Projekt beschäftigt sich Natalie Rauscher mit der US-amerikanischen Philanthropie im 21. Jahrhundert und insbesondere wie sich neue Akteure und neue Ansätze des Gebens  innerhalb der (Mega)Philanthropie auf das gesellschaftliche Vertrauen in diesen Sektor auswirken könnten. 

2021 erschien ihre Dissertation bei Springer unter dem Titel The Future of Work in the United States - Discourses on Automation and the Platform Economy in der Reihe Contributions to Economics. Sie veröffentlichte außerdem in Journals wie Zeitschrift für Politikberatung, Zeitschrift für Politikwissenschaft, und Politische Vierteljahresschrift

 


Mitglieder des Forschungsteams

 

Stella Kim

Stella Kim ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, und promoviert zum Thema wie komplexe Krisen, vor allem Klimawandel, Pandemien und strategische Rivalitäten, auf bewaffnete Konflikte in der sich wandelnden multipolaren Ordnung des 21. Jahrhunderts wirken. Ihren Master in Security, Intelligence and Strategic Studies schloss sie 2022 an der Universität Glasgow, Universität Trient und der Karlsuniversität Prag ab. Sie hat einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt abgeschlossen, währenddessen sie auch an der Ewha Womans University in Seoul studiert hat.

Zuvor arbeitete sie für verschiedene europäische Think Tanks, wo sie Paper hauptsächlich zu Verteidigungsstrategien im Indo-Pazifik veröffentlicht hat, am Bundesministerium der Verteidigung und beim Europäischen Auswärtigen Dienst, welches ihre Forschungsinteressen in Sicherheit, Verteidigung, Konfliktanalyse und Diplomatie in der euro-atlantischen und asiatisch-pazifischen Region verbindet.


Steven Schwarz

Steven Schwarz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Rahmen seiner Promotion beschäftigt er sich mit der Rolle von innerstaatlichen Sektoren und wirtschaftlichen Akteuren bei der Formulierung und Umsetzung von Außen- und Sicherheitspolitik in den internationalen Beziehungen im Zeitalter der Polykrise anhand der Beispiele der Bundesrepublik Deutschlands und Japans.

Seinen Master of Arts im Fach Politikwissenschaften erwarb Steven Schwarz an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg, wo er auch affine Studienleistungen an der Juristischen Fakultät absolvierte. Im Rahmen eines einjährigen Studienaufenthalts am Institut d'études politiques de Lille (Sciences Po Lille) erwarb er zudem ein Certificat d'Études Politiques. Zuvor erlangte er einen Joint Bachelor of Arts in Geschichte und Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt. Während seines Bachelorstudiums studierte er auch für ein Semester am Department of International Politics der Aberystwyth University in Wales. Sein Masterstudium wurde durch ein Studienstipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gefördert.

Im Oktober und November 2025 nahm Schwarz als Gastforscher in Tokio zwei Forschungsaufenthalte an der Sophia Universität und der Tokio Universität wahr. 


Frederike Kanschat

Frederike Kanschat ist wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt Im Zeitalter der Polykrise an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wo sie das komplexe Zusammenspiel von globalen Krisen untersucht. Sie hat einen LL.M. in Internationalem Recht von der Universität Glasgow sowie weitere Masterabschlüsse vom Institut Barcelona d'Estudis Internacionals und der Universität Tartu. Ihr Bachelorstudium hat sie in Internationalen Beziehungen absolviert. Während des Philip C. Jessup International Law Moot Court Competition repräsentierte sie Estland in Fragen zu den Rechten staatenloser Personen und den Befugnissen des UN-Sicherheitsrats. Zuvor sammelte sie Erfahrungen am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht sowie bei einem Unternehmen für Politikmonitoring.

Forschungsaktivitäten

 

Dr. Gordon M. Friedrichs

Konferenz- und Workshop Papiere

(2025): “Divided within, unreliable abroad? Patterns of political polarization and foreign policy consistency of democracies”, International Political Science Association World Congress, Seoul.

(2025): “A comparative role theoretical approach of national role conceptions toward international legal order”, Workshop: Comparative International Legal Policy: National, Regional and Transnational Approaches, Humboldt University, Berlin.

(2025): “Retaliatory Economic Statecraft: Autocratic Responses to Western Trade Sanctions”, Workshop: The Geopoliticization of Trade Policy, University of Salzburg.

(2025): “Assessing National Role Conceptions and Social Structural Change: A Machine Learning Approach to UN General Assembly Debates” (with Spencer White and Jule Sommer) Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

(2025): “Constructing Conflict and Cooperation: Economic Role Negotiation in U.S.-China Relations” (with Stella Kim) Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

(2025): “Role Change in International Legal Order: A Comparative Analysis of International Legal Role-Taking by the U.S., Germany, and the People’s Republic of China” (with Sebastian Harnisch), Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

Vorträge

(2025)“Autocratic Alliance: The North Korea-Russia Comprehensive Strategic Partnership Treaty”, Monday Meeting of the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law, Heidelberg.

(2025) “Transatlantic Security Community? Challenges and Future of the North Atlantic Treaty Organization” Akademie für Politische Bildung, Tutzing.

(2024) “Quo Vadis USA – Change in Foreign Policy?”, Forum for International Security, University of Heidelberg.

(2024) „Reflections on the 2024 US Presidential Elections: Implications for Democracy and Foreign Policy“, Monday Meeting of the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law, Heidelberg.

(2024) “Reliable Ally?: Die USA und ihre Führungsrolle in der NATO”, Summer School Atlantic Academy Rhineland Palatinate.

“How to conceptualize polycrises and how to study them”, Heidelberg Academy of Sciences and Humanities, Heidelberg.

(2024) “Complexity Theory, International Relations, and Polycrisis”, Goethe University, Frankfurt am Main.

 

Aktivitäten im Rahmen von Workshop- & Conference Panel Organiation

“Cities as Global Actors in International Politics: Patterns, Processes, and Impacts” Roundtable (with Judith Keller) at the Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

“Expanding Authority in Global Governance: Power, Legitimacy, and Common Goods” Panel (with Janne Mende) at the Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

“Cities as Global Actors in International Politics: Patterns, Processes, and Impacts” Workshop (with Judith Keller), Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law, Heidelberg.

“Multiplication of Global Governance Authority: Contestation, Institutionalization, and Constellations” Workshop (with Janne Mende, Ruji Auethavornpipat, and Marie Lohrum), Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law, Heidelberg.

“Domestic Division, Foreign Policy Change, and International Trust of U.S. Global Authority”, Panel (with Florian Böller) at the annual meeting of the German Association of American Studies, Heidelberg.


Dr. Natalie Rauscher

Konferenzpapiere & Präsentationen

Workshop- und Konferenzorganisation

(2025, Juni) Disciplinary Transformations? Humanities Impact on Reshaping the Digital Humanities. Hengstberger-Symposium. Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg. (Tagungsorganisation)   

(2024, Juni) Authority and Trust in American Politics and Society. Jahreskonferenz der PolitikwissenschaftlerInnen in der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA). Heidelberg Center for American Studies, Universität Heidelberg. (Konferenzorganisation)

(2022) Natural Catastrophes in the United States: Making Sense of Risks and Vulnerability. International Conference. Heidelberg Center for American Studies (HCA), Universität Heidelberg. (Konferenzorganisation)

(2023) Hazardous Territory – Environmental Discourses, Ownership, and Disaster Policies in the United States. America and Ownership: Territory, Slavery, Jubilee, 69th Annual Meeting DGfA/GAAS, Universität Rostock. (Workshop Organisation)

Konferenzpapiere

(2024) mit Welf Werner. Natural Disaster Resilience. Why is the U.S. breaking with Positive Global Trends in the 20th century? Second International Conference on ‘Action vs Inaction facing Climate Change’ (AICC 2024), Straßburg, Frankreich.

(2024, May) Dis/Trust. Annual Conference of the Irish Association of American Studies (IAAS). Clinton Institute for American Studies, University College Dublin, Irland.

(2023) Natural Disasters in the United States: What Role Do Media Discourses and Disaster Narratives Play in the USA’s Vulnerability Crisis? Doing Area Studies in the Polycentric Condition. CrossArea e.V. Annual Conference 2023 and DIMAS Kick-Off Event, Universität Regensburg.

 

Publikationen

Monographie

(2021) The Future of Work in the United States: Discourses on Automation and the Platform Economy. Contributions to Economics. Springer International Publishing: Cham.

Sammelbände

(2025) Natural Disasters in the United States – Making Sense of Risks and Vulnerability. Hrsg.: Natalie Rauscher und Welf Werner. Cham: Springer. (im Erscheinen)

(2024) Participation in American Culture and Society. Hrsg.: Philip Löffler, Margit Peterfy, Natalie Rauscher, Welf Werner. Heidelberg: Winter.

Kapitel in Sammelbänden

(2024) “Reporting Catastrophes: Mainstream Media and Vulnerability to Disasters in the U.S.” In: Natural Disasters in the United States – Making Sense of Risks and Vulnerability. Hrsg.: Natalie Rauscher und Welf Werner. Cham: Springer. (im Erscheinen)

(2024) “In the Face of Disaster: Narratives of Community Vulnerability and Resilience in Media Coverage of Natural Catastrophes in the USA.” In: Vulnerability: Real, Imagined, and Displayed Fragility in Language and Society (Interdisziplinäre Verortungen der Angewandten Linguistik). Hrsg.: Silvia Bonacchi. V&R, Göttingen. (peer-reviewed)

(2024).”Introduction: Participation in Crisis?” In: Participation in American Culture and Society. Hrsg.: Philip Löffler, Margit Peterfy, Natalie Rauscher, Welf Werner. Heidelberg: Winter.

(2024) „Die Left Behind: Wirtschaftspolitische Entwicklungen, der Anstieg der Ungleichheit und schwindende wirtschaftliche Perspektiven für die amerikanische Arbeitnehmerschaft seit den 1970er Jahren.“ In: Ökonomische Krisen als Chance? Arbeitsleben zwischen Kooperation und Regulation in historischer Perspektive. Hrsg.: Katja Patzel-Mattern. Stuttgart: Franz Steiner Verlag. (im Review Prozess)

Artikel in Journals

(2023) American Philanthropy in the Age of Political Polarization: Conservative Megadonors and Foundations and Their Role in Spreading Climate Skepticism. Politische Vierteljahresschrift (PVS). (peer-reviewed)

 

Wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit

Wissenschaftsblogs

(2023) “Polarisierte Philanthropie: Konservative Stiftungen und die Klimaskepsis in den USA.“ DVPW-Blog.

(2022) mit Swetha Ananth. “Can (Mega) Philanthropy Cure the World? Global Health, HIV/AIDS and the Gates Foundation.” HCA Graduate Blog

Podcasts

(2022) Altruismus, Wohltätigkeit, Charity – Perspektiven auf ein universelles Konzept. Podcast Marsilius im Gespräch, Marsilius Kolleg, Universität Heidelberg.

Öffentliche Vorträge

(2024) Apocalyptic Wine Tasting: Unequenchable Immortality. Universität Heidelberg. In Kooperation mit dem Käte Hamburger Centre for Apocalyptic and Post-Apocalyptic Studies und dem Wein Refugium, Heidelberg.

(2022) This Time Is Different, or Is It? The Universal Basic Income in Recent Technological Change Discourse in the United States. Current Issues in North American and Cultural Studies. North American Studies Program, Universität Bonn.

(2022) Symposium Young Marsilius Fellows 2022: WissenSchafft Perspektiven, (Be-) Deutung von Naturkatastrophen. Marsilius Kolleg, Universität Heidelberg.

Öffentliche Paneldiskussionen

(2024) Marsilius Kontrovers: Krisenprävention. Warum? Wie? Wieviel? Marsilius Kolleg, Universität Heidelberg.

(2022) Biden’s State of the Union Address - Discussion. Amerikahaus NRW. 


Stella Kim

Konferenz- und Workshop-Papiere

(2025): “Strategic Rivalries in the 21st Century: How Regime Type Dyads Shape Internationalised Intrastate Conflicts”. International Political Science Association World Congress, Seoul.

(2025): “Constructing Conflict and Cooperation: Economic Role Negotiation in U.S.-China Relations” (with Stella Kim) Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

(2025): “The Polycrisis in World Affairs: Theoretical foundations and practical Instantations”. Discussant. Annual convention of the International Studies Association, Chicago.

Fort- und Weiterbildung

(2025) Winter School VU Amsterdam: Data Analysis in R

(2024) Summer School USI Lugano: Qualitative Comparative Analysis

Teilnahme an Konferenzen- und Fachtagungen

(2024) „Politik in der Polykrise“ – DVPW – Kongress 2024. Göttingen.


Steven Schwarz

Konferenz- and Workshop-Papiere

(2025) “The Renaissance of Japan's Industrial Policy - Japan and the Global "Chip War"”. General Conference 2025, Thessaloniki.

Fort- und Weiterbildung

(2025) Case Study Research: Method and Practice

Teilnahme an Konferenzen- und Fachtagungen

(2024) „Politik in der Polykrise“ – DVPW – Kongress 2024. Göttingen.

Sammelbände


Beiträge in Fachzeitschriften

  • Friedrichs, Gordon M. and Jule Sommer. “Ontological Security Crisis and Role Conception Change: The Impact of the Russian Invasion of Ukraine on the European Union's Role Conceptions” (2024). The European Journal of International Relations (forthcoming).

     

  • Friedrichs, Gordon M. und Natalie Rauscher. „Ikone der Freiheit? Die amerikanische Gesellschaft und die Führungsrolle der USA in der (Poly)Krise“ (2024). Athene Magazin of the Heidelberg Academy of Sciences and Humanities.

 

Dr. Gordon M. Friedrichs

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht
Im Neuenheimer Feld 535
69120 Heidelberg

Tel: +49 (0) 6221 482-787

friedrichs@mpil.de

 

Dr. Natalie Rauscher

Heidelberg Center for American Studies
Curt und Heidemarie Engelhorn Palais
Hauptstraße 120
69117 Heidelberg

Tel: +49 (0) 6221 54 38 78

nrauscher@hca.uni-heidelberg.de

 

Call for Papers 

Shifting Political Order(s) in the Polycrisis:

Complexity and Challenges in Global, Regional, and Domestic Governance

Workshop

December 4 & 5, 2025 at the Heidelberg Academy of Humanities and Sciences

Gordon Friedrichs (Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law &

Heidelberg Academy of Sciences and Humanities)

Stella Kim (Heidelberg Academy of Sciences and Humanities) 

Steven Schwarz (Heidelberg Academy of Sciences and Humanities)

Statement of Aims

The 21st century is defined by a confluence of crises that intersect, overlap, and interact in ways that challenge existing political orders at the international, regional, and domestic levels. This phenomenon, commonly referred to as polycrisis, describes a system of multiple, interconnected crises occurring simultaneously across various domains. Rather than isolated events, a polycrisis emerges from complex global and transnational interdependencies that amplify their impact, perpetuating the risk for systemic failures. These crises place immense strain on political institutions, governance structures, societies, economies, and political leaders, challenging their capacity for effective policy responses.

We contend that a polycrisis is characterized by two key dimensions of complexity. On the one hand, horizontal complexity, where multiple crises coexist and interact across different policy areas without necessarily having a direct causal link but with mutually reinforcing consequences. On the other hand, vertical complexity, which refers to the multilayered nature of individual crises, involving a diverse range of actors - state and non-state - across multiple levels of governance, leading to overlapping and often competing policy responses. Combined, these dimensions of complexity make the effective management of a polycrisis challenging. Its origin is often diffuse, its trajectory nonlinear, and its impact highly unpredictable. 

This workshop aims to examine the multifaceted impacts of the polycrisis on political orders across different levels of governance. Specifically, we seek to explore how the polycrisis reshapes existing international, regional, and domestic governance structures?

Political order - whether at the international, regional, or domestic level - refers to the institutional, normative, and decision-making structures that underpin stability and governance. A polycrisis is shaped by multidirectional feedback loops, where crises not only escalate through positive feedback - reinforcing and amplifying systemic disruptions - but may also trigger negative feedback, stabilizing responses that mitigate cascading failures. However, these feedback mechanisms operate within interconnected subsystems, where governance structures at the domestic, regional, and international levels interact in unpredictable ways. Traditional state-centric approaches to crisis management increasingly struggle to navigate these dynamics, as intervention in one subsystem may produce unintended ripple effects across others.

We invite paper proposals that contribute to the empirical and theoretical understanding of the polycrisis across different governance levels, cases, and policy areas. We particularly welcome contributions that investigate how the polycrisis shapes, disrupts, or reinforces international, regional, and domestic political orders, exploring shifts, transformations, resilience mechanisms, and stability in response to overlapping and interconnected crises. Contributions may focus on, but are not limited to, the following themes:

1. Polycrisis and International Order 

At the international level, the polycrisis challenges the resilience of international institutions, disrupts global governance mechanisms, and raises questions about the ability of international organizations and multilateral forums to manage systemic risks. Papers in this category may examine:

• How international actors navigate crisis interdependencies, including the potential for new forms of institutional coordination or fragmentation. 

• The relationship between polycrisis and global conflict dynamics, including geopolitical rivalries, great power competition, and transnational security challenges. 

• The evolving role of multilateral organizations such as the United Nations, the World Trade Organization, or the International Monetary Fund in responding to interconnected crises. 

• The impact of global economic shocks, climate crises, and health emergencies on the restructuring of international governance. 

2. Polycrisis and Regional Order 

At the regional level, the polycrisis introduces governance challenges that test the ability of regional organizations to provide effective crisis responses while managing interdependencies and sovereignty concerns. We welcome contributions that examine: 

• How regional organizations such as the European Union, ASEAN, the African Union, or Mercosur (as well as others) adapt to the pressures of simultaneous crises. 

• The impact of regime complexity on regional crisis responses and governance effectiveness. 

• Comparative analyses of regional resilience strategies in managing transnational crises, including migration waves, pandemics, and financial instability.

3. Polycrisis and Domestic Order 

At the domestic level, the polycrisis affects state institutions, public trust, and decision-making processes, shaping national resilience and influencing foreign policy behavior. We encourage submissions that explore: • Comparative analyses of national polycrisis management strategies and institutional adaptability. 

• The influence of polycrisis on foreign policy decision-making, including how domestic crises shape a country's international engagement and crisis diplomacy. 

• The interplay between domestic contestation (e.g., party politics, populism, and political polarization) and national responses to transnational crises. 

• How polycrisis affect the legitimacy of political institutions, including the resilience of democratic and autocratic governance models. 

4. Cross-Cutting Approaches

We also encourage interdisciplinary and cross-cutting contributions that examine overarching theoretical and methodological questions, including: 

• Theoretical and methodological tools for analyzing the intersection of complexity, crisis management, and political order. 

• How different types of actors - nation-states, intergovernmental organizations (IGOs), non governmental organizations (NGOs), multinational corporations (MNCs), and transnational advocacy networks - respond to polycrisis, and what challenges arise from their interactions. 

• How systemic crises such as the COVID-19 pandemic, global climate change, the Russia Ukraine war, or the crisis of Chimerica influence and condition other crises, reshaping global, regional, and domestic political orders. 

• How crises spread across sectors (economic, environmental, security, technological) and what governance mechanisms exist - or fail - to contain their spillover effects. 

Submission Guidelines

We invite scholars from various disciplines, including but not limited to international relations, international political economy, global governance, peace and conflict studies, and foreign policy analysis, to submit paper abstracts of no more than 300 words April 11, 2025. Please send your abstract to Gordon Friedrichs (friedrichs@mpil.de). Selection notifications will be sent out in by late April. We will discuss early paper drafts at an authors’ workshop in Heidelberg on December 4 & 5, 2025

To ensure a productive exchange, we ask for early draft working papers of 7000-8000 words by November 24, 2025, to be discussed at the workshop and later published in a special issue or an edited volume. We are able to cover a limited amount of travel and accommodation expenses. Please get in touch with us as soon as possible in case you need financial support in order to attend the workshop. We would be delighted to receive your contribution and welcome you to Heidelberg in December!