Forschungsstellen
Die Analyse der langfristigen Entwicklung des Finanzsystems hilft, gegenwärtige und zukünftige ökonomische bzw. gesellschaftliche Herausforderungen besser zu verstehen. Besonders zum Unternehmenssektor sowie dessen Interaktion mit dem Finanzsystem und der Gesellschaft fehlt es jedoch an konsistenten, langen Datenreihen. Bisherige langfristige Finanz- und Unternehmensforschung nutzt vornehmlich Daten aus den USA. Die Übertragung dieser Erkenntnisse auf andere Systeme und Strukturen, wie z. B. die kontinentaleuropäischen Staaten, birgt das Risiko von Fehlschlüssen, da Institutionen und Kulturen fundamental verschieden sind.
Ziel des Projekts ist es daher, strukturierte und miteinander verknüpfte Forschungsdaten mit Unternehmensinformationen und Finanzkennzahlen deutscher real- und finanzwirtschaftlicher Unternehmen über einen langen Zeitraum (ab 1871) zu erstellen, als Teil des kulturellen Erbes zu sichern und für die finanzwirtschaftliche Forschung bis in die Gegenwart zu nutzen.
Auf Grundlage dieser Daten wird ein Forschungsprogramm mit Fokus auf eine große Bandbreite an finanzhistorischen bzw. aus der Langfristperspektive betrachteten Themen durchgeführt. Durch die Besonderheiten der deutschen Entwicklung im Betrachtungszeitraum (fundamentale Veränderungen im Finanzsystem, Hyperinflation und Krisen) bieten die Daten wertvolle Einblicke in Herausforderungen des Finanzsystems und wirtschaftspolitische Maßnahmen.
BASF Werk Ludwigshafen, 1865, Wikimedia Commons, gemeinfrei
Das deutsche Wirtschafts- und Finanzsystem hat seit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 bis in die Gegenwart eine Vielzahl massiver Umbrüche und Schocks erlebt. Die schwerste Krise der jüngsten Vergangenheit war die globale Finanzkrise von 2007/8, die von der Wissenschaft unter anderem wegen zu kurzfristiger Wirkungsanalysen nicht vorhergesehen werden konnte.
Das neue Vorhaben soll diesen Mangel an konsistenten, zeitlich langen Datenreihen zu deutschen Unternehmen und Finanzmärkten beheben. Ziel ist es, solche Daten über einen Zeitraum von 150 Jahren zu erfassen, zusammenzuführen und damit eine völlig neue Grundlage für die langfristige empirische Forschung zu schaffen. Diese neu strukturierten und verknüpften Daten werden sowohl für die historisch fundierte Finanzforschung als auch für die Analyse wirtschaftshistorischer Fragestellungen geeignet sein und zum besseren Verständnis vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger ökonomischer und gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Zugleich sichert das Projekt bedeutende historische Datenquellen als Bestandteil des kulturellen Erbes. Mithilfe neuer digitaler Methoden aus den Bereichen ›Big Data‹ und ›maschinelles Lernen‹ werden die Daten aufbereitet und danach veröffentlicht. Somit ist das Forschungsvorhaben für die Wissenschaft, die Politik, Unternehmen und die interessierte Öffentlichkeit von Relevanz.
Das Vorhaben startete am 01. Januar 2025 und hat eine Laufzeit von 18 Jahren. Es wird von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (HAdW) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz (AdWL) getragen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Walz (Goethe-Universität Frankfurt und Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE) wurden Arbeitsstellen in Frankfurt am Main und in Mannheim eingerichtet.
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Arbeitsstellenleitung
Operative Projektleitung Universitätsbibliothek Mannheim
Mitarbeiter der UB Mannheim
Mitarbeiter am Lehrstuhl
"Verstehen lernen, was Unternehmen erfolgreich macht - Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften startet ein neues Forschungsvorhaben - Das Ziel: Innovation und Langlebigkeit von Firmen im Zeitverlauf besser verstehen", in Rhein-Neckar-Zeitung, 11./12. Januar 2025, S. 33
"Verstehen lernen, was Unternehmen erfolgreich macht - Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften startet ein neues Forschungsvorhaben - Das Ziel: Innovation und Langlebigkeit von Firmen im Zeitverlauf besser verstehen", in Rhein-Neckar-Zeitung, 11./12. Januar 2025, S. 33
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Prof. Dr. Uwe Walz
Goethe-Universität Frankfurt
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
60629 Frankfurt am Main
Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE e.V.
Theodor-W.-Adorno-Platz 3
60323 Frankfurt
Telefon: +49 (69) 798-34807
E-Mail: walz@safe-frankfurt.de