Thomas Kaufmann: Briefwechsel und Medienrevolution im 16. Jahrhundert
Öffentlicher Vortrag am 30. September 2026 um 19:15 in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Im Jahr 2022 veröffentlichte der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann seine vielbeachtete Studie Die Druckmacher, in der er darlegte, dass sich mit der Verbreitung und der Popularisierung des Buchdrucks in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine Medienrevolution ereignete. Getragen wurde sie von einer Generation junger Männer, der „Generation Luther“. Sie machten Druckschriften zur Massenware, lösten damit einen umfassenden kulturellen Umbruch aus und veränderten nachhaltig die öffentliche Kommunikation. Mit den Druckschriften kamen Informationen und Sensationen in Umlauf, wurden publizistische Kämpfe ausgetragen und nicht zuletzt die Ideen der Reformation verbreitet.
Die Grundlagenforschung der vergangenen Jahre zeigt zunehmend die Bedeutung eines weiteren Mediums für die Etablierung reformatorischen Gedankenguts und die Bildung konfessioneller Gemeinschaften: des Briefes. Denn im 16. Jahrhundert ist das Reisen beschwerlich und zeitintensiv, persönliche Besuche sind entsprechend aufwendig. Zugleich handelt es sich um eine politisch, gesellschaftlich und konfessionell unruhige Zeit, in der der Bedarf an Nachrichten und die Bedeutung von Nachrichtenflüssen signifikant zunehmen.
In seinem Abendvortrag „Briefwechsel und Medienrevolution im 16. Jahrhundert“ wird Thomas Kaufmann das Verhältnis dieser beiden für die Durchsetzung der Reformation entscheidenden Medien beleuchten. Der Vortrag findet im Rahmen des Symposiums „Kommunikation, Konflikt und Gemeinschaft. Frühneuzeitliche Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs“ statt, das von der Forschungsstelle „Theologenbriefwechsel“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ausgerichtet wird.
Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt ist frei.
Zum Referenten:
Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann übernahm im Jahr 2000 den Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen. Seit 2002 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Seit 2024 ist er wissenschaftlicher Leiter der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Neben zwei Ehrendoktorwürden erhielt er u. a. den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der DFG (2020) und die Werner Heisenberg-Medaille der Alexander von Humboldt-Stiftung (2023). Seit 2020 ist er zudem Corresponding Fellow der British Academy.
Prof. Dr. Dr. theol. h. c. Dr. phil. h. c. Thomas Kaufmann (Göttingen)
"Briefwechsel und Medienrevolution im 16. Jahrhundert"
Datum: 30. September 2026
Ort: Vortragssaal der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Karlstr. 4, 69117 Heidelberg
Beginn: 19:15 Uhr
Weitere Informationen:
Programm des Symposiums
Vortrag von Thomas Kaufmann: Briefwechsel und Medienrevolution im 16. Jahrhundert