Karl-Freudenberg-Preis

Der Karl-Freudenberg-Preis wurde 1986 zum 100. Geburtstag von Karl Freudenberg von der Freudenberg-Gruppe (externer Link) zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Baden-Württemberg gestiftet. Prämiert werden wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der Naturwissenschaften, insbesondere aus Chemie und Biologie.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Wer kann nominiert werden?

Die Forscherinnen und Forscher sollten nicht älter als 35 Jahre sein. Die vorgeschlagene Arbeit soll in den jeweils vergangenen zwei Jahren publiziert oder zur Publikation eingereicht worden sein. Sind mehrere Verfassende an der ausgezeichneten Arbeit maßgeblich beteiligt, dann kann der Preis diesen zu gleichen Teilen zugesprochen werden; er kann jedoch nicht auf mehrere selbständige Arbeiten aufgeteilt werden.

Wer darf vorschlagen?
  • alle Mitglieder der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
  • alle Leitungen von wissenschaftlichen Einrichtungen der Universitäten Baden-Württembergs (Rektorate, Dekanate, Geschäftsführende Direktoren, Institutsleitungen)
  • alle Leitungen außeruniversitärer Forschungsinstitutionen Baden-Württembergs (Geschäftsführende Direktoren)
  • Eigenbewerbungen sind ausgeschlossen
Karl-Freudenberg-Preis
Der Preisstifter

Als Gerberei 1849 von Heinrich Christian Heintze und Carl Johann Freudenberg gegründet, fällt bei der Freudenberg-Gruppe (externer Link) rund 80 Jahre später der Startschuss zu einer der wichtigsten Entwicklungen der Dichtungstechnik: dem Simmerring. Damit leitet die Firma die Diversifizierung in vielfältige Geschäftssparten ein und hat sich heute zu einem global agierenden Technologieunternehmen entwickelt.

Karl Freudenberg wurde am 29. Januar 1886 als dritter Sohn von Hermann Ernst Freudenberg, der die Firma in der zweiten Generation zusammen mit seinem Bruder leitete, geboren und wuchs mit neun Geschwistern auf.  Er studierte Chemie und wurde nach verschiedenen Stationen 1926 auf den Lehrstuhl nach Heidelberg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1956 innehatte. Freudenberg erforschte die Struktur der Cellulose und deren Polymerisationsprinzip. Von ihm stammt auch der optische Verschiebungssatz.

1926 wurde er als ordentliches Mitglied in die Heidelberger Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Von 1943 bis 1949 war er Sekretar der Akademie.

Mit 98 Jahren starb Karl Freudenberg am 3. April 1983.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Vergeben wurde der Preis erstmals im Mai 1988. Der erste Preisträger war Professor Dr. Wolfram Sander (externer Link), der heute den Lehrstuhl für Organische Chemie an der Ruhr-Universität in Bochum innehat. Lesen Sie in unserem Magazin "Athene" 2/2018 (PDF) auf Seite 15f., wie er sich in einem Interview anlässlich der 30. Vergabe des Preises 2018 an die damalige Preisverleihung erinnert.

Die Preisträgerinnen und Preisträger seit 1988:

JahrNameTitel
2025Baur, MaximilianCatalytic synthesis of in-chain keto-functionalized polyethylene materials
2024Schunck, NatalieIn vivo Olefin Metathesis in Microalgae Upgrades Lipids to Building Blocks for Polymers and Chemicals
2023Delaunay, SylvainMitochondrial RNA modifications shape metabolic plasticity in metastasis
2022Anggara, KelvinIdentifying the Origin of Local Flexibility in a Carbohydrate Polymer
2022Mateus, AndréThe functional proteome landscape of Escherichia coli
2021Yan, JingCoupling of NMDA receptors and TRPM4 guides discovery of unconventional neuroprotectants
2020Exposito-Alonso, MoisesDiverse Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Entwicklungs- und Evolutionsbiologie
2019Lu, YiForschungsgebiet: magnetische und supraleitende Zustände in Materialien mit stark korrelierten Elektronen
2018Döring, Kristina„Profiling Ssb-Nascent Chain lnteractions Reveals Principles of Hsp70-Assisted Folding“
2017Bleith, TimReaktionsmechanismen der enantioselektiven, eisenkatalysierten Hydrosilylierung von Ketonen und der enantioselektiven, zinkkatalysierten Alkylierung von Oxindolen
2016Hansmann, MaxCorrelating the Reactivity of Gold and Boron Electrophiles
2015Böhmer, Anna ElisabethCompeting Phases in Iron-Based Superconductors Studied by High-Resolution Thermal Expansion and Shear-Modulus measurements
2014Floßdorf, MichaelStochastic T cell fate decisions
2013Mauceri, DanielaNuclear Calcium-VEGFD Signaling Controls Maintenance of Dendrite Arborization Necessary for Memory Formation
2012Mutschler, HannesA Novel Mechanism of Programmed Cell Death in Bacteria by Toxin-Antitoxin Systems Corrupts Peptidoglycan Synthesis
2011Schock-Kusch, DanielEntwicklung neuer Substanzen zur Bestimmung der Nierenfunktion: Farbmarkierte Fruktosane
2010Diederichs, SvenVerbindung des Gebiets der Molekularbiologie von nicht-codierenden RNAs mit Fragestellungen der Tumorbiologie
2009Lisker, ThorstenVirgo Cluster Early-Type Dwarf Galaxies
2008van der Laan, MartinRekonstitution der Membraninsertion von mitochondrialen Vorstufenproteinen
2007Ludwig-Peitsch, Wiebke KatharinaDas Aktin-bindende Protein Drebrin E2: Molekulare Funktionen und diagnostische Bedeutung
2006Müller, Ann-KristinFunktionelle Charakterisierung Plasmodium Sporozoiten-spezifischer Gene im Malaria-Mausmodell
2005Legler, Daniel F.Signalübertragung in Membranmikrodomänen entscheidet über Leben und Tod von Tumorzellen
2004Berges, JürgenDynamik fern des Gleichgewichts und Thermalisierung von Quantenfeldern
2004Schwappach, BlancheZelluläre Lokalisationssignale für den intrazellulären Transport und die Qualitätskontrolle von Kanalproteinen
2003Lyko, FrankArbeit zur Entdeckung des DNA-Methylierungssystems in Drosophila
2002Goldfuß, BerndStruktur, Reaktivität und Selektivität elementorganischer Reagenzien und Katalysatoren
2001Meyer, FrancKooperierende Metallzentren in Mehrkernkomplexen multidentaler Pyrazolatliganden
2000Loose, MarkusEin CMOS-Bildsensor mit automatischer Kalibrierung und logarithmischem Antwortverhalten
1999Hunger, JohannesGenetische Algorithmen und neuronale Netzwerksimulationen zur Kraftfeldparameterentwicklung am Beispiel der Modellierung von Tripod-Metall-Komplexen
1999Schulz, ChristofEntwicklung und Anwendung eines Laserinduzierten Fluoreszenzverfahrens zur quantitativen Bestimmung momentaner Stickoxidverteilungen in Verbrennungsmotoren
1998Niehrs, ChristofArbeiten zur Aufklärung des molekularen Mechanismus der Kopfinduktion
1997Schmidt, ChristianEntwicklung eines neuen Atomstrahl-Spinecho-Spektrometers für die Untersuchung des dynamischen Verhaltens zweidimensionaler Systeme
1996Wolff, JensMehrfach Donor-Akzeptor-substitierte pi-Systeme: Zusammenhänge zwischen Konformation, elektronischer Struktur und nichtlinear optischen Eigenschaften
1995Niemz, MarkolfZu elementaren Wechselwirkungsarten zwischen Laserlicht und biologischem Gewebe
1994Lobreyer, ThomasEine neuartige Synthesestrategie zu CVD-geeigneten Prozeßgasen
1993Mechtersheimer, GunhildTowards the phenotyping of soft tissue tumors by cell surface molecules
1992Grützmacher, HansjörgPhosphor- und Zinnverbindungen mit schwachen II-Bindungen: Synthesen, Strukturen und Reaktivität
1991Lichter, PeterHochauflösungskartierung von Chromosom 11 über in situ Hybridisierung mit Cosmidklonen
1990Lindpaintner, KlausStrukturelle Veränderungen des Renin-Gens in spontan hypertensiven Ratten: Untersuchungen zur Beziehung zwischen Genotyp und Phänotyp
1989Klempnauer, Karl-HeinzÜber das nukleäre Tumorgen Myb
1988Sander, WolframÜber Carbonyl-Oxide und Dioxirane


 

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Dann erreichen Sie uns unter der Telefonnummer 06221 54-3265 oder per E-Mail an hadw[at]hadw-bw.de .

Sollten Sie die Unterlagen per Post versenden wollen, schicken Sie sie bitte an:

Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Vorstandssekretariat
Karlstraße 4
69117 Heidelberg

Nominierungsfrist

Jährlich 01. März - 30. Juni

Was muss eingereicht werden?
  • Begründung des Vorschlags von maximal zwei Seiten
  • Lebenslauf
  • Publikationsliste
  • eine preiswürdige Arbeit

Die Unterlagen sollten als eine PDF-Datei eingereicht und an hadw[at]hadw-bw.de  geschickt werden.

Wann wird entschieden?

Die Akademie gibt ihre Entscheidung Anfang des Jahres bekannt. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger sowie deren Mentorin oder Mentor werden schriftlich über das Ergebnis benachrichtigt.