Ausschreibung WIN-Kolleg: 10. Staffel

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften fördert seit über 20 Jahren mit dem WIN-Kolleg der Jungen Akademie | HAdW herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Baden-Württemberg durch finanzielle Unterstützung und wissenschaftliche Beratung. WIN-Kollegiatinnen und -Kollegiaten profitieren vom fächerübergreifenden Gespräch und damit von einem zentralen Gründungsgedanken der Akademie. Mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg eröffnet das WIN-Kolleg einen besonderen Freiraum für interdisziplinäre Forschung und ermöglicht den Austausch mit Akademiemitgliedern.

In einer neuen Ausschreibungsrunde sind aus allen Fachrichtungen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich bereits durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben und an einer Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg arbeiten, eingeladen, einen Antrag auf Förderung eines interdisziplinären Forschungsvorhabens zum Thema „Embodiment/Verkörperung. Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Maschine“ (interner Link) zu stellen. Beantragbar sind für den Zeitraum 2026 bis 2028 (mit Option auf zweijährige Verlängerung nach erfolgreicher Evaluierung) Personal-, Hilfskraft- und Sachmittel sowie, falls gewünscht, auch eigene Stellenanteile der Antragstellenden (max. 50% VZÄ).

Einreichungsfrist für die Antragsskizze ist der 3. März 2025. Die Teilnahme an einem Vernetzungstreffen, geplant am 31. März 2025 im Akademiegebäude, ist Voraussetzung zur Einreichung eines Vollantrages. Der Vollantrag selbst muss bis zum 12. Mai 2025 eingereicht werden. Förderbeginn ist der 1. Januar 2026.

Ausschreibungstext (PDF)
Poster zur Ausschreibung (PDF)

Weitere Informationen über das WIN-Kolleg:
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Gefördert durch
Ausschreibung WIN-Kolleg: 10. Staffel

Ihrem Gründungsgedanken entsprechend, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes zu fächerübergreifendem Gespräch und gemeinsamer Grundlagenforschung zusammenzuführen, fördert die Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 2002 herausragende junge Forschende in Baden-Württemberg durch finanzielle Unterstützung und wissenschaftliche Beratung.

Das WIN-Kolleg der Jungen Akademie | HAdW ermöglicht interdisziplinäre Forschungsprojekte. Es eröffnet in einem frühen Karrierestadium akademische Freiräume und wissenschaftlichen Austausch über die Fachgrenzen hinweg. Seit über 20 Jahren sind die Mitgliedschaft im WIN-Kolleg und das damit verbundene eingeworbene Forschungsprojekt für viele der bislang über 90 WIN-Kollegiatinnen und Kollegiaten ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Professur.

In einer neuen Ausschreibungsrunde sind junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes Baden-Württemberg, die sich bereits durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben, eingeladen, einen Antrag auf Förderung eines interdisziplinären Forschungsvorhabens im Rahmen des WIN-Kollegs der Jungen Akademie | HAdW zu stellen. Die Ausschreibung richtet sich an Forschende aus allen Disziplinen, die sich in einem fächerübergreifenden Verbund mit der Thematik „Embodiment/Verkörperung. Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Maschine“ (interner Link) auseinandersetzen wollen.

Die Akademie bietet den Kollegiatinnen und Kollegiaten während der Förderung die aktive Unterstützung durch ihre Mitglieder an.

Embodiment/Verkörperung. Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Maschine

In der zehnten Staffel (früher Teilprogramm genannt) des WIN-Kollegs sollen die oben genannten Wechselwirkungen interdisziplinär untersucht werden.

Interessierte Bewerberinnen und Bewerber finden in der Programmbeschreibung nähere Informationen und exemplarische Forschungsbereiche für die Staffel benannt. Bewerberinnen und Bewerber sind eingeladen, Anträge auch zu anderen Forschungsprojekten einzureichen, die sich in das Thema „Embodiment/Verkörperung. Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Maschine“ fügen.

Programmbeschreibung

Embodiment steht für die Erkenntnis, dass unsere Wahrnehmung, unsere Emotionen, unser abstraktes Denken, unser Gedächtnis und unsere Intentionalität nicht als körperlose Operationen, sondern als essenziell physische Prozesse begriffen werden können, zu denen Gehirn und Körper (sowie die Umwelt) wechselseitig beitragen.

Im Zentrum steht also die Frage, wie Handlungen und körperliche Erfahrungen Denken, Lernen und Problemlösen beeinflussen, wie sich beispielsweise Avatar-Repräsentationen in virtuellen Welten auf Selbstwahrnehmung und Verhalten auswirken. In der Informatik spielt das Konzept des Embodiment in Bereichen eine Rolle, die sich mit Mensch-Maschine-Interaktion, künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik beschäftigen. Es geht darum, wie körperliche Aspekte von Maschinen oder die Interaktion zwischen Mensch und Technik gestaltet werden können, um intuitiver und effektiver zu sein. Mögliche naturwissenschaftliche Fragestellungen sind zudem die biologische und biochemische Basis von Wahrnehmung, Bewegung und kognitiven Prozessen sowie die physikalischen und biomechanischen Aspekte der Körperbewegung und der Interaktion mit der Umwelt. Weitere thematische Schwerpunkte wären die sozialen und kulturellen Implikationen und historischen Wandlungen von mimetischen und habituellen Lernprozessen oder von verkörperten Technologien und ihre Auswirkungen auf Identität und Interaktion – bis hin zur Rolle körperorientierter Ansätze in der Rehabilitation, Psychotherapie oder Prothetik (Therapie & Gesundheit). Im Bereich der Rituale und der performativen Kunst beschreibt Embodiment, wie der Körper als Medium für Ausdruck und Interaktion genutzt wird.

Wichtige Förderkriterien für Verbundprojekte im WIN-Programm sind deren Interdisziplinarität, im Kontext des Ausschreibungsthemas also beispielsweise das Zusammenwirken von Informatik, Psychologie, Neuro- und Kognitionswissenschaften, Philosophie, Linguistik oder Geschichts- und Sozialwissenschaften.

WIN-Kollegiatinnen und -kollegiaten führen eigenverantwortlich ihre Forschungsprojekte durch. Dies umfasst neben der inhaltlichen Gestaltung und Steuerung auch die Personal- und Finanzplanung. Unterstützt werden sie dabei von der Geschäftsstelle der Akademie. 

Über die Mitgliedschaft im Kolleg erfolgt die Aufnahme in die Junge Akademie | HAdW. Hier bietet die Akademie einen ersten Kontakt mit Gremienarbeit in Wissenschaftseinrichtungen. Diese Tätigkeit umfasst:

  • Gestaltung der Sitzungen des WIN-Kollegs (mind. 5× pro Jahr)
  • Teilnahme an den wissenschaftlichen Sitzungen des Plenums und der beiden Klassen der Akademie (je 5× pro Jahr)
  • Teilnahme an weiteren ausgewählten Veranstaltungen der Akademie (i.d.R. 2× pro Jahr, auch in Kooperation mit dem Eliteprogramm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden der Baden-Württemberg Stiftung)
  • Teilnahme am WIN-in-Kontakt-Programm der Jungen Akademie | HAdW, gemeinsam mit den Mitgliedern der Akademie
  • Mitarbeit an einer gemeinsamen Publikation aller WIN-Projekte der zehnten Staffel
  • Mitarbeit an Maßnahmen des Forschungstransfers und der Wissenschaftskommunikation
  • Möglichkeit zur Beantragung eines Athena Fellowships für internationale Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im eigenen Projekt

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten die Bereitschaft zur Kooperation mit den anderen geförderten WIN-Kollegiatinnen und Kollegiaten innerhalb des Rahmenthemas „Embodiment/Verkörperung. Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Maschine“ (interner Link) mitbringen.

Persönliche Voraussetzungen

Bei einer Antragstellung müssen Sie 

  • promoviert oder habilitiert sein,
  • in einem frühen Punkt Ihrer wissenschaftlichen Karriere tätig sein (es gibt keine formale Altersbegrenzung für die Antragstellung, Familienphasen werden in der Begutachtung berücksichtigt),
  • an einer Forschungsinstitution in Baden-Württemberg arbeiten,
  • zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht auf eine Lebenszeitprofessur berufen sein. Forschende auf Tenure-Track- oder Juniorprofessuren sind antragsberechtigt.

Jede Antragsskizze und jeder Vollantrag müssen in sich interdisziplinär angelegt sein, d. h. die Antragstellende sollen bereits im Projekt selbst über Fachdisziplinen hinweg kooperieren. Im Rahmen des Vollantrags soll dargelegt werden, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit ein Beitrag zu der Erforschung des Projekt- bzw. Ausschreibungsthemas geleistet werden kann.

Unter dem Vorbehalt der Haushaltsmittel beginnt die finanzielle Förderung zum 1. Januar 2026 und ist auf drei Jahre angelegt. Sie kann nach einer erfolgreichen Begutachtung der im Projekt erzielten Resultate und einem Verlängerungsantrag unter Vorbehalt der Haushaltsmittel um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Sie soll so bemessen sein, dass die WIN-Kollegiatinnen und Kollegiaten in ihren Vorhaben und den regelmäßigen gemeinsamen Sitzungen zum Rahmenthema im WIN-Kolleg hinreichend unterstützt werden. Es können Personal-, Hilfskraft- und Sachmittel beantragt werden. Beantragbar sind, falls gewünscht, auch eigene Stellenanteile der Antragstellenden bis zu einem Umfang von 50 % VZÄ. Großgeräte können nicht beantragt werden. Es werden keine Räumlichkeiten von der Akademie zur Verfügung gestellt. Eine Arbeitsplatzzusage der entsprechenden beheimateten Forschungsinstitution ist dem Vollantrag beizufügen.

Bitte beachten Sie ebenfalls die Rahmenbedingungen für die Antragstellung. Die Antragstellung erfolgt zweistufig:

1. Stufe

Sie reichen eine Antragsskizze bis zum 3. März 2025 ein (Download der zu verwendenden Musterskizze im RTF-Format). In dieser Skizze, die einer Absichtserklärung entspricht, geben Sie unverbindlich an,

  • den vorläufigen Titel des Projekts,
  • die Fragestellung und eine mögliche Herangehensweise,
  • bereits identifizierte Mitantragstellende aus anderen Fachgebieten,
  • aus welchen Fachbereichen ggf. weitere Mitantragstellende eingebunden werden sollten.

Die Akademie wird die eingegangenen Antragsskizzen sichten und voraussichtlich am 31. März 2025 alle ausgewählten Antragstellenden zu einer eintägigen Diskussion (Vernetzungstreffen) einladen. Die Veranstaltung wird im Gebäude der Akademie in Heidelberg stattfinden. Die Teilnahme an dem Vernetzungstreffen ist Voraussetzung für die weitere Antragsphase.

Die Fahrtkosten der Antragstellenden für Züge des Fernverkehrs (2. Klasse) werden nach dem Landesreisekostengesetz von der Akademie übernommen.

An diesem Tag werden die Antragstellenden die Gelegenheit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen, die Projektvorschläge der Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, sich zu beraten und entweder Mitantragstellende für ihre eigenen interdisziplinären Projekte zu finden oder basierend auf den Diskussionen gemeinsame interdisziplinäre Vorhaben zu konzipieren. Ziel ist es, dass Antragstellende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenfinden, ein gemeinsames Projekt definieren und im Anschluss gemeinsam einen Vollantrag einreichen.

2. Stufe

Der nach dem Vernetzungstreffen zu erstellende, interdisziplinäre Vollantrag muss bis zum 12. Mai 2025 bei der Akademie eingereicht werden. Verwenden Sie dafür bitte den Musterantrag als Grundlage (RTF). Es werden nur gemeinsam gestellte Anträge aus unterschiedlichen Fachrichtungen akzeptiert. Eine Förderentscheidung ist Mitte September zu erwarten.

Nähere Auskunft erhalten Interessierte bei Dr. Georg Wolff (Tel.: 06221 / 54-3519; E-Mail: georg.wolff@hadw-bw.de).

Die Antragsskizze, wie auch später der Vollantrag, ist als eine PDF-Datei (max. 4MB) an die E-Mail-Adresse hadw@hadw-bw.de zu senden.