Martin Bucers Deutsche Schriften

Die Edition der Deutschen Schriften Martin Bucers war der deutsche Zweig des internationalen Vorhabens einer ersten historisch-kritischen Gesamtedition der Werke Martin Bucers, deren beide andere Teile (lateinische Werke und Korrespondenz) an den Universitäten Straßburg (unter Zuziehung eines international besetzten Editorenteams) und Erlangen erarbeitet werden. Die Edition der Deutschen Schriften ist im Dezember 2016 wie geplant zum Abschluss gekommen.

Der Straßburger Reformator Martin Bucer hat über die von ihm für verschiedene deutsche Territorien und Reichsstädte entworfenen Kirchenordnungen, die, vermittelt durch Calvin, auch den gesamten reformierten Protestantismus prägten, erhebliche Bedeutung für die Institutionen der evangelischen Kirchen. Darüber hinaus hat er sich unermüdlich um die Verständigung der Protestanten untereinander und um die mit der katholischen Kirche bemüht, so daß seine Schriften auch für die heutigen ökumenischen Gespräche von Interesse sind. Auch die Anfragen der Vertreter des sogenannten „linken Flügels“ der Reformation wurden von ihm ernsthaft bedacht und bei seinem Einsatz für die Einführung der Konfirmation und der Kirchenzucht aufgenommen. Grundlegende Beiträge leistete er ferner zum Verhältnis von Staat und Kirche, insofern er einerseits die Freiheit der Kirche vom Staat bis hin zu freikirchlichen Erwägungen vertrat, andererseits aber während seiner Cambridger Wirksamkeit die Grundlage für das englische Staatskirchentum legte.

 

Geschichte der Forschungsstelle
  • 1953-1994 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster/W. (am Institut für Kirchengeschichte, dann DFG-Projekt, dann Finanzierung durch die Heidelberger Akademie der Wissenschaften)
  • 1995-2016 an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in Heidelberg

     

Edition

Digitalisierte Bände
digi.hadw-bw.de/view/bds

Nicht edierte Texte Bucers
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Materialien der Bucer-Forschungsstelle im Universitätsarchiv Heidelberg
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Forschungsstellenleiter
  1. Prof. D. Dr. Robert Stupperich (1953/1958-1982)
  2. Prof. Dr. Wilhelm Neuser (1983-1994)
  3. Prof. Dr. Gottfried Seebaß (1994-1998)
  4. Prof. Dr. Thomas Wilhelmi (1998-2001)
  5. Prof. Dr. Gottfried Seebaß (2001-2006)
  6. Prof. Dr. Christoph Strohm (2006-2016)

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Dr. Johannes Müller (1953-1955)
  • Dr. Ernst Wilhelm Kohls (1958-1962)
  • Dr. Martin Greschat (1962-1965)
  • Herbert Vogt (1964-1966)
  • Dorothea Demmer (1965-1967)
  • Peter Fabisch (1965-1967)
  • Dr. Marijn de Kroon (1972-1993)
  • Ian Hazlett (1974-1975)
  • Dr. Hans-Jürgen Schönstädt (1975-1980)
  • Dr. Hermann Peiter (1981)
  • Dr. Hartmut Hartmut Rudolph (1983-1993)
  • Dr. Hans Schulz (1994-1998)
  • Prof. Dr. Christoph Strohm (1994-1996)
  • Prof. Dr. Thomas Wilhelmi (1996-2016)
  • Dr. Stephen E. Buckwalter (1998-2016)
  • Susanne Haaf (2007-2009)
  • Daniel Degen (2012-2016)

 

 

Weitere Forschungsprojekte

Forschungsstellen

Weltkarte der tektonischen Spannungen World Stress Map (Karlsruhe)


Der Forschungsschwerpunkt des Projektes lag in der Interpretation und numerischer Simulation der Spannungsdaten im Hinblick auf Spannungsquellen sowie regionalen und lokalen Spannungsfeldern.

Forschungsstellen

Der Tempel als Kanon der religiösen Literatur Ägyptens


Hauptziel des Projektes war es, eine Definition dessen zu finden, was das Wesen eines ägyptischen Tempels in griechisch-römischer Zeit ausmacht. Hierzu wurden erstmals die grundsätzlichen Textgattungen, die in den späten Tempeln zu finden sind, über eine detaillierte Form-, Motiv-, Struktur- und Inhaltsanalyse herausgearbeitet.