Forschungsstellen
Die Edition der Deutschen Schriften Martin Bucers war der deutsche Zweig des internationalen Vorhabens einer ersten historisch-kritischen Gesamtedition der Werke Martin Bucers, deren beide andere Teile (lateinische Werke und Korrespondenz) an den Universitäten Straßburg (unter Zuziehung eines international besetzten Editorenteams) und Erlangen erarbeitet werden. Die Edition der Deutschen Schriften ist im Dezember 2016 wie geplant zum Abschluss gekommen.
Der Straßburger Reformator Martin Bucer hat über die von ihm für verschiedene deutsche Territorien und Reichsstädte entworfenen Kirchenordnungen, die, vermittelt durch Calvin, auch den gesamten reformierten Protestantismus prägten, erhebliche Bedeutung für die Institutionen der evangelischen Kirchen. Darüber hinaus hat er sich unermüdlich um die Verständigung der Protestanten untereinander und um die mit der katholischen Kirche bemüht, so daß seine Schriften auch für die heutigen ökumenischen Gespräche von Interesse sind. Auch die Anfragen der Vertreter des sogenannten „linken Flügels“ der Reformation wurden von ihm ernsthaft bedacht und bei seinem Einsatz für die Einführung der Konfirmation und der Kirchenzucht aufgenommen. Grundlegende Beiträge leistete er ferner zum Verhältnis von Staat und Kirche, insofern er einerseits die Freiheit der Kirche vom Staat bis hin zu freikirchlichen Erwägungen vertrat, andererseits aber während seiner Cambridger Wirksamkeit die Grundlage für das englische Staatskirchentum legte.
1995-2016 an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in Heidelberg
Digitalisierte Bände
digi.hadw-bw.de/view/bds
Nicht edierte Texte Bucers
Download (PDF)
Materialien der Bucer-Forschungsstelle im Universitätsarchiv Heidelberg
Download