Digital Humanities
Digitalisierung als strategische Aufgabe der HAdW
Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften begreift die Digitalisierung als eine der zentralen Querschnittsaufgaben ihrer wissenschaftlichen und organisatorischen Arbeit. Dieser Überzeugung hat sie in zwei aufeinander aufbauenden Grundlagendokumenten Ausdruck verliehen: dem Digitalisierungskonzept von 2017, das vom Plenum der Akademie verabschiedet wurde und die Leitlinien für Open Access, Langzeitarchivierung, digitale Methoden und Vernetzung erstmals verbindlich festlegte, sowie der Digitalisierungsstrategie HAdW digital 2030, die auf diesem Fundament aufbaut, die institutionellen und strukturellen Entwicklungen der Folgejahre dokumentiert und den strategischen Rahmen bis zum Jahr 2030 absteckt. Den Auftakt für den institutionellen Austausch bildete 2018 ein Runder Tisch zur Digitalisierungsstrategie, zu dem die HAdW Partnerinnen und Partner aus den Universitäten, Bibliotheken und Rechenzentren des Landes einlud, um gemeinsam Fragen der digitalen Langzeitarchivierung und der Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten zu erörtern. Diese Diskussionen haben wesentlich zur Schärfung der Strategie beigetragen, die seither kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Im Kern stehen fünf grundlegende Leitthemen:
Freier Zugang zu Wissen. Die HAdW folgt einer konsequenten Open-Access- und Open-Science-Strategie. Öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse — Publikationen ebenso wie Primärdaten und digitale Werkzeuge — sollen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der breiten Öffentlichkeit frei und nachhaltig zugänglich sein. Die FAIR-Prinzipien (Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität, Wiederverwendbarkeit) bilden dabei den methodischen Referenzrahmen.
Nachhaltigkeit von Forschungsdaten. Die langfristige Verfügbarmachung und Archivierung digitaler Forschungsergebnisse gilt der HAdW als institutionelle Verpflichtung. Sie sichert diese im Verbund mit strategischen Partnerinnen und Partnern — insbesondere den Universitätsbibliotheken des Landes Baden-Württemberg — und orientiert sich an nationalen wie internationalen Standards und Infrastrukturen, namentlich der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).
Digitale Methoden in der geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Die Akademievorhaben der HAdW sind Wegbereiter digitaler Forschungsmethoden in den Geisteswissenschaften. Editionen, Wörterbücher, Lexika und Erschließungsvorhaben werden mit innovativen softwarebasierten Verfahren erarbeitet und als digitale Datensammlungen von hoher fachlicher Qualität bereitgestellt. Die HAdW fördert aktiv die Entwicklung und Anwendung solcher Methoden und verankert digitale Konzepte bereits in der Antragsphase neuer Projekte.
Stärkung digitaler Strukturen und Kompetenzen. Die HAdW bündelt ihre Aktivitäten im Bereich der Digital Humanities im Referat Wissenschaft und Digitale Infrastruktur, das als institutioneller Ansprechpartner für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Mitglieder und Forschungsstellen fungiert. Die kontinuierliche Fortbildung ihrer Mitarbeitenden und der gezielte Aufbau digitaler Expertise gehören dabei zum strategischen Kernanliegen.
Vernetzung auf allen Ebenen. Die HAdW versteht digitale Entwicklung als kooperative Aufgabe. Sie arbeitet eng mit den Universitäten, Bibliotheken und Rechenzentren des Landes Baden-Württemberg zusammen, ist auf nationaler Ebene in der Akademienunion und der NFDI aktiv und pflegt internationale Partnerschaften in Forschungsprojekten und Infrastrukturinitiativen.