Herrscher und Herrschaft in Malalas’ Chronographia

Münze von Schapur I
Internationale Tagung in Tübingen

***ACHTUNG: TERMINVERSCHIEBUNG AUF NOVEMBER 2020***

19. bis 20. März 2020

Ort: Evangelisches Stift, Klosterberg 2, 72070 Tübingen

Beginn:  14:00 Uhr


ANMELDUNG UND KONTAKT
Dr. Olivier Gengler
Telefon 070 71 | 2 97 76 94
Malalas-Tagung@adw.uni-heidelberg.de

 

Im 6. Jahrhundert nahm sich ein Chronist vor, „mit voller Wahrheit“ über die Ereignisse vom Anbeginn der Welt bis in seine eigene Zeit zu berichten. Das Ergebnis war die sogenannte Weltchronik des Johannes Malalas, die das älteste erhaltene Beispiel dieser für das byzantinische Mittelalter bedeutsamen literarischen Gattung darstellt. Die Schilderung des Chronisten endet mit der „Kaiserherrschaft Zenons und der darauffolgenden Kaiser“ (Mal. Chronogr. pr. 11). Den Endpunkt bildet also nicht eine bestimmte Jahreszahl – das Werk ist an Herrschern orientiert. Die letzten Bücher der Chronik konzentrieren sich sogar jeweils auf die Regierungszeit eines einzigen Herrschers: Die Bücher XV-XVIII behandeln nacheinander das Kaisertum von Zenon, Anastasios, Justin und Justinian. Allerdings thematisiert die Chronik aufgrund ihres zeitlichen Rahmens nicht bloß römische Kaiser, sondern auch frühere Herrscher wie die Könige Israels, die mythischen basileis Griechenlands, Alexander den Großen oder Zenobia, um letztendlich ein monarchisches Herrschaftskonzept als geschichtlichen Interpretationsrahmen zu präsentieren. Vor diesem Hintergrund hat sich die 5. Tübinger Malalas-Tagung die Analyse der Darstellung von Herrschaft durch den Chronisten selbst sowie durch dessen Zeitgenossen zum Ziel gesetzt. Damit knüpft sie nicht nur an die vorangegangenen Tagungen zum Chronisten als Zeithistoriker und zur spätantiken Memoria-Kultur an. Durch eine thematische Engführung anstelle einer chronologischen werden neue Vergleichsmöglichkeiten geschaffen, die zu einem vertieften Verständnis der Chronik beitragen.

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