Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht der von ROCEEH seit der Gründung der Forschungsstelle veranstalteten Konferenzen, Symposien und Workshops.
Die menschliche Evolution wird als Prozess kultureller Expansionen verstanden, der vor über drei Millionen Jahren mit der Herstellung von Steingeräten begann. Diese Innovation ermöglichte einen erweiterten und modularen Werkzeuggebrauch und begründete einen kulturellen Raum, der durch intensivere soziale und materielle Interaktionen, Umweltbeziehungen sowie ein wachsendes Bedürfnis nach Sinn geprägt ist. Diese Entwicklung verläuft in miteinander verknüpften Expansionsformen: der Ausweitung kultureller Performanzen sowie des Ressourcenraums. Neue Technologien erschließen zusätzliche Ressourcen, erzeugen jedoch zugleich neue Bedürfnisse und Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt, wodurch ein komplexes Netzwerk kultureller Ausdrucksformen entsteht.
Das Forschungsprojekt untersucht diese Prozesse systemisch für den Zeitraum von drei Millionen bis 20.000 Jahren vor heute in Afrika und Eurasien. Grundlage ist die multidisziplinäre Datenbank ROAD mit GIS-Funktionen, die archäologische, fossile und Umwelt-Daten integriert. Die Ergebnisse werden in einem digitalen Atlas der Mensch-Umwelt-Entwicklung zusammengeführt und interdisziplinär ausgewertet.
Kurzporträt "ROCEEH" (YouTube) (externer Link)
10.-13. September 2026, TIflis, Georgien
135 Jahre nach der ersten Entdeckung von Homo erectus ist die Zeit reif, unser Wissen – sowie das, was es noch zu erforschen gilt – über eine der bedeutendsten Arten der menschlichen Evolution neu zu bewerten.
Diese Konferenz wird gemeinsam vom Georgischen Nationalmuseum, dem Stone Age Institute, dem Fachbereich Geowissenschaften der Universität Florenz, der Academia Europaea Tbilisi und dem ROCEEH-Forschungszentrum organisiert.
Die Vorträge werden von eingeladenen Referenten gehalten. Wir freuen uns über Posterbeiträge, um Ihre Forschung zu Homo erectus in diesem internationalen Kollegenkreis zu präsentieren und zu diskutieren.
Informationen zur Frist für die Abstract-Einreichung, zu Aktualisierungen sowie das Anmeldeformular finden Sie hier: https://homo-erectus.netlify.app
Georgian National Museum
Newsletter 26/2026 ist erschienen:
In diesem 26. Newsletter feiern wir die Aufnahme der Paläolandschaft Faya, VAE, in die UNESCO-Welterbeliste. Die Erforschung dieser faszinierenden Kulturlandschaft wird seit vielen Jahren von der Forschungsstelle ROCEEH unterstützt. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse einer inspirierenden Zusammenarbeit mit Designstudierenden, die im Rahmen eines Studienprogramms namens "Open Space" die Aufgabe hatten, neue Wege der Auseinandersetzung mit der Kultur der Neandertaler zu entwickeln. Als nächstes stellen wir unseren Lesern unser neues R Package mit dem treffenden Namen "roadDB" vor, das vom ROCEEH Team entwickelt wurde. "roadDB" ermöglicht es Nutzern, die mit der Statistiksoftware "R" vertraut sind, auf einfache Weise Daten aus ROAD zu extrahieren. Abschließend fassen wir ein internationales ROCEEH-Symposium zusammen, das in Frankfurt stattfand und sich mit dem faszinierenden Thema "Diversifizierung von Netzwerken. Wie Kultur die Umwelt prägt" befasst. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Wenn Sie sich für eine ältere Ausgabe unseres Newsletters interessieren, stöbern Sie doch mal in Zenodo.
ROCEEH
Reschke, J.-O., Cucart-Mora, C., Lomborg, K., Hertler C., Saqalli, M., Grove, M., Moncel, M.-H. (2026): Subsistence Strategies in Agent-Based Models of Foraging Hominins: State of the Art and Challenges. Journal of Computer Applications in Archaeology. DOI: 10.5334/jcaa.211.
Bromage, T.G., Denys, C., De Jesus, C.L. et al. (2025 - online first): Palaeometabolomes yield biological and ecological profiles at early human sites. Nature. DOI: 10.1038/s41586-025-09843-w
Kandel, A.W., Gasparyan, B., Adigyozalyan, A. & Haidle, M.N. (2026): Reverse engineering of sewing with needle-and-thread: an interpretation of complementary technology at Aghitu-3 Cave, Armenia. In book: Zur Geschichte der Kleidung in der Steinzeit / A Stone Age History of Clothing: Mitteldeutscher Archäologentag vom 26. bis 28. September 2024 in Halle (Saale). Publisher: Propylaeum (Heidelberg). DOI: 10.11588/propylaeum.1678.c24357
C.M. Fotiadou, J.B. Pedersen, H. Rougier, M. Roksandic, M.A. Spyrou, K. Nägele, E. Reiter, H. Bocherens, A.W. Kandel, M.N. Haidle, T.P. Streicher, N.J. Conard, F. Schilt, R.M. Godinho, T. Uthmeier, L. Doyon, P. Semal, J. Krause, A. Barbieri, D. Mihailović, I. Crevecoeur, & C. Posth (2026): Archaeogenetic insights into the demographic history of Late Neanderthals, Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 123 (13) e2520565123. DOI: 10.1073/pnas.2520565123
Will, M., Sommer, C., Möller, G.H.D. et al. (2026): Specialised and persistent raw material procurement by humans in the Middle Pleistocene. Nat Commun 17, 2702. DOI: 10.1038/s41467-026-70783-8
Die menschliche Evolution ist eine Geschichte von kulturellen Entwicklungen und Expansionen. Vor mehr als drei Millionen Jahren stellten Frühmenschen erst Steingeräte mit schneidenden Kanten her und erweiterten damit den Rahmen des Werkzeuggebrauchs, der von Tieren bekannt ist. Eine Folge dieses Meilensteins war die Annahme einer neuen Funktionalität (Werkzeuge zur Herstellung von Werkzeugen), die den modularen Gebrauch mehrerer Geräte beförderte. Drei miteinander interagierende Faktoren haben einen kulturellen Raum geschaffen, der die Grundlage unseres heutigen Umgangs mit der Welt bildet: die Intensivierung und Diffenrenzierung von materiellem und sozialem Engagement, die Wechselwirkung mit der Umwelt und das gesteigerte Bedürfnis nach Sinnfindung.
Die Geschichte der menschlichen Kulturentwicklung entfaltet sich in drei voneinander abhängigen Expansionsformen. Die ersten beiden umfassen die Expansionen der kulturellen Performanzen, die sich im miteinander verwobenen Wandel von Körper, Geist und Verhalten ausdrückt, sowie damit in Wechselwirkung stehenden Expansionen des Ressourcenraums. Während der Gebrauch eines Werkzeug z.B. den Zugang zu neuen Ressourcen eröffnet, schafft diese neue Performanz gleichzeitig neue Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen sowohl für die Menschen als auch ihre Umwelt. Das Netzwerk der Beziehungen und Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren (seien es Artgenossen, Rohmaterialien, Artefakte oder andere Agenten) hat im Laufe der menschlichen Evolution enorm zugenommen und resultierte in einer großen Zahl kultureller Äußerungen in einem breiten Spektrum von Umwelten.
Das Projekt hat die Entwicklung eines systemischen Verständnisses der Menschwerdung zum Ziel, das die unterschiedlichen Formen von Expansionen erforscht und die Wechselwirkungen zwischen Ihnen integriert. Es umfasst den Zeitraum zwischen drei Millionen und 20.000 Jahren vor heute und deckt den gesamten geografischen Raum von Afrika und Eurasien ab. Besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten zu kulturellem Handeln, deren Hintergründen und tatsächlichen Ausprägungen. Herzstück des Projektes ist die multidisziplinäre und webgestützte Datenbank ROAD (ROCEEH Out of Africa Database) mit GIS-Funktionen. ROAD vereinigt geografische Daten zu Fundstellen mit Informationen zur stratigrafischen Gliederung von Fundschichten und zur Archäologie. Darüber hinaus werden Informationen zur menschlichen Fossilgeschichte und zu Klima, Vegetation und Tierwelt für die Modellierung früherer Lebensräume erhoben. Neben der Literaturrecherche liefern Sammlungsarbeiten sowie archäologische Ausgrabungen und umweltgeschichtliche Feldforschungen in Afrika, Asien und Europa weitere Daten für die Datenbank. Die Ergebnisse finden Eingang in einen digitalen Atlas der Mensch-Umwelt-Entwicklung auf der Basis geografischer Informationssysteme (GIS).
Diese seit 2008 arbeitende und auf 20 Jahre projektierte Forschungsstelle ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Schnittstelle zwischen Kultur- und Naturwissenschaften. Die international weitverzweigten wissenschaftlichen Arbeiten werden übergreifend von einem Team aus Forschenden aus den Bereichen Archäologie, Paläoanthropologie, Paläobiologie, Geografie sowie Datenbankspezialisstinnen und -spezialisten an den beiden Arbeitsstellen am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main und an der Eberhard Karls Universität Tübingen durchgeführt.
ROCEEH entdeckt, kontextualisiert und bewahrt die Vergangenheit des kulturellen Erbes der Menschheit. Die Forschungsstelle erforscht die Geschichte der Menschheit in o.g. Zeitraum mithilfe der Entwicklung kultureller Konzepte, die eine Untersuchung, wie sich menschliche Kultur entwickelt hat, zu ermöglichen. ROCEEH befasst sich mit den Fragen im Zusammenhang mit dem, was wir unter "Menschwerdung" verstehen. Dieser Ansatz wird durch Feldforschung an relevanten Fundstellen hervorgehoben, um die markanten Muster des frühen kulturellen Wandels zu dokumentieren. ROCEEH macht die Vergangenheit unseres kulturellen Erbes zugänglich, indem es Daten über archäologische Fundstätten und die damit verbundenen Fossilgesellschaften (assemblages) zusammenträgt. Diese systematisch gesammelten Daten werden in der ROCEEH Out of Africa Database (ROAD) archiviert, und bieten einen systematischen Überblick über die archäologischen Stätten mit Einzelheiten über ihre Geografie, Datierung, Stratigrafie, kulturellen Überreste, Paläoanthropologie, Paläoökologie und Bibliografie.
Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt in ROCEEH liegt auf der Untersuchung der Veränderungen im menschlichen Verhalten, die stattfanden, als der moderne Mensch erstmals aus Afrika auswanderte und in Eurasien auf Neandertaler traf. Mehrere Forschungsprojekte befassen sich mit dieser entscheidenden Epoche, in der technologische Verhaltensweisen, die fast zweihunderttausend Jahre lang dominiert hatten, weitgehend durch neue, mit der Ankunft des modernen Menschen verbundene Vorgehensweisen abgelöst wurden. Dabei verändert sich nicht nur die Art der Steinwerkzeuge, sondern es lassen sich auch neue Verhaltensweisen feststellen. Diese Erweiterung des homininen Handlungsspektrums zeigt sich in einer verstärkten Nutzung neuer Materialien – insbesondere Elfenbein, Geweih, Knochen und Muschelschalen – zur Herstellung organischer Werkzeuge wie Spitzen und Nadeln sowie symbolischer Artefakte, die mit der Entfaltung von Kunst und Musik einhergingen. Eine Schlüsselregion für die Erforschung des Übergangs von den späten Neandertalern zu den frühen anatomisch modernen Menschen ist die Schwäbische Alb im Südwesten Deutschlands mit ihren berühmten Höhlenfundstätten, von denen sechs im Jahr 2017 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden.
ROCEEH erforscht auch die Erweiterung kultureller Fähigkeiten, die mit dem Aufkommen symbolischen Verhaltens – einschließlich künstlerischer und musikalischer Ausdrucksformen – einherging.
Zahlreiche eigene Forschungsprojekte liefern Belege für die kognitive Komplexität des frühen modernen Menschen; dazu zählen beispielsweise geschnitzte Figuren, Flöten und persönlicher Schmuck aus bearbeitetem Elfenbein, Geweih und Knochen von der Schwäbischen Alb sowie durchbohrte Muschelschalen aus der Levante und dem Kaukasus. Diese Artefakte geben Aufschluss darüber, wie die Schöpfer dieser innovativen Objekte ihre eigene Identität sowie die der Gruppe wahrnahmen.
Uni Tübingen
Kunstwerke, Musikinstrumente und persönlicher Schmuck wurden an mehreren Fundorten der Schwäbischen Alb in Südwestdeutschland entdeckt
Viele der Projekte in ROCEEH befassen sich mit der Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umwelt. Einige dieser Projekte untersuchen, wie frühe Menschen ihre Lebensräume erkundeten und verschiedene natürliche Ressourcen für ihren Lebensunterhalt erschlossen. Andere Projekte erforschen die Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Umwelt, um Wechselwirkungen zwischen den Lebensweisen und den Lebensräumen dieser Menschen zu rekonstruieren. Mithilfe eines integrierten Ansatzes untersuchen wir zahlreiche Aspekte vergangener Landschaften, darunter Paläofauna, Paläovegetation und Geomorphologie. Wir analysieren diese Aspekte unter Anwendung von Methoden wie Faunenanalyse, Palynologie, nicht-invasiven geophysikalischen Verfahren, GIS und Fernerkundung.
Uni Tübingen
Eine markante Felswand durchzieht das Untersuchungsgebiet bei Ma'aloula (Syrien), nördlich von Damaskus
Mit ROAD als einer der umfassendsten Datenbanken zur Ur- und Frühgeschichte hat ROCEEH Expertise in einer Reihe von Modellierungs- und Simulationsverfahren aufgebaut. Dazu gehören klassische statistische Ansätze, Data-Mining- und Machine-Learning-Methoden sowie räumliche, zeitliche und agentenbasierte Modellierung. Solche Verfahren ermöglichen es, die Dynamik und Flexibilität des Verhaltens früher Menschen sowie ihrer Umweltbedingungen angemessen zu beschreiben und zu erforschen.
Leitung
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Doktoranden
Lisa Schiersch (Paläobotanik)
Leitung
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Doktoranden
ROCEEH
Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen die ROCEEH-Partner und unsere Alumni.
(in alphabetischer Reihenfolge)
Paläobotanik, Frankfurt
Titel der Dissertation (2022): “High-resolution palynological analysis of the Early Pleistocene regional environment before, during and after the first expansion of early Homo into Southern Spain” (Publikation)
Geographie, Tübingen
Titel der Dissertation (2016): "Remote Sensing in Landscape Reconstruction Applications - Paleo-Landscape Research in a Semiarid Environment in Northern Tanzania" (Publikation)
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation (2017): "On the variability of Middle Stone Age lithic technology during MIS3 in KwaZulu-Natal, South Africa" (Publikation)
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation: "Diachronic studies of Paleolithic landuse in western Syria"
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation (2019): "A critical assessment of the Aurignacian: Insights from Fumane Cave in northern Italy" (Publikation)
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation (2020): "Detecting microscopic aspects of Late Pleistocene to Early/Mid Holocene lithic technology in Island Southeast Asia: Perspectives from North and Central Sulawesi" (Publikation)
Paläokognition, Tübingen
Titel der Dissertation (2015): "Neanderthal cognitive equivalence: epistemological problems and a critical analysis from radical embodiment" (Publikation)
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation (2015): "Makuyuni. Fundstellen des Acheuléen am Lake Manyara, Tansania. Ein Beitrag zur Erforschung der mittelpleistozänen Kultur in Ostafrika" (Publikation)
Paläobiologie, Frankfurt
Titel der Dissertation (2021): "Concept 'Out of Africa' by means of Agent-based Modeling (ABM)"
Universität Aarhus, Dänemark, externe Forschungsarbeit in der Archäologie der Universität Tübingen
Titel der Dissertation (2016): “Northern Neanderthals – A systematic assessment of pre-modern human colonisation of South Scandinavia"
Paläokognition, Tübingen
Titel der Dissertation (2021): "Innovationen im Middle Stone Age Südafrikas: Die Analyse von Knochenartefakten und Heat treatment unter einer handlungsorientierten Perspektive" (Publikation)
Paläokognition, Tübingen
Titel der Disseration (2019): "Rekursion zivilisatorischer Kapazitäten als Entwicklungsmuster in der Zivilisationsgeschichte. Untersuchung der Möglichkeit einer Verknüpfung des paläoanthropologischen Modells der Erweiterung kultureller Kapazitäten mit Arno Bammés Theorie axialer Zäsuren“ publiziert als "Löffler, Davor. Generative Realitäten I: Die Technologische Zivilisation als neue Achsenzeit und Zivilisationsstufe. Eine Anthropologie des 21. Jahrhunderts. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2019, 784 Seiten" (Publikation)
Geographie, Tübingen
Titel der Dissertation (2018): "Assessment of Landscape Processes, Forms and Features in the Lake Manyara Region, East African Rift Valley" (Publikation)
Paläobotanik, Frankfurt
Titel der Disseration (2013): "Frühpleistozäne Vegetationsentwicklung im Südlichen Kaukasus: pollenanalytische Untersuchungen an Seesedimenten im Vorotan-Becken (Armenien)" (Publikation)
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation (2019): "The C-A layers of Sibudu Cave (KwaZulu-Natal, South Africa) in the light of the MSA lithic technologies in MIS 5" (Publikation)
Paläobiologie, Frankfurt
Titel der Dissertation (2012): „Struktur und gemeinsame Nutzung von Nahrungsressourcen in fossilen Carnivoren-Gilden“ (Publikation)
Archäologie, Tübingen
Titel der Dissertation (2016): "Lithic technology and behavioral variability during the Middle Stone Age of southern Africa: implications for the evolution and dispersal of early modern humans" (Publikation)
Geographie, Tübingen
Titel der Dissertation (2016): "Integrated Assessment of Gully Erosion Processes, Using Multispectral Remote Sensing, Stochastic Modelling, and GIS-based Morphotectonic Analysis; A Case Study in the Southwest of Iran" (Publikation)
Die ROCEEH Out of Africa Datenbank
ROAD bietet einen Überblick über prähistorische Fundstätten und Kulturen und eröffnet so die ferne Vergangenheit der Menschheit für weitere Forschungen. ROAD ermöglicht es Nutzern, Informationen zu archäologischen und paläoanthropologischen Fundstätten zu vergleichen, zu kombinieren, zu analysieren und zu visualisieren.
Die Menge der zur menschlichen Evolution und zu verwandten wissenschaftlichen Disziplinen veröffentlichten Daten ist in den letzten 25 Jahren exponentiell gewachsen. Um diese Informationen leichter zugänglich zu machen, entwickelte ROCEEH die Datenbank „ROAD“ und erstellte entsprechende Anwendungen für deren Nutzung. ROAD erleichtert die Erforschung der menschlichen Evolution, indem die Datenbank Belege zusammenführt, die vorwiegend aus publizierten Informationen zu Fundstellen in Afrika und Eurasien stammen und auf einen Zeitraum von vor drei Millionen bis vor 20.000 Jahren datiert sind.
ROAD ist eine webbasierte relationale Datenbank, die archäologische, paläoanthropologische, paläontologische, paläobotanische, geografische und bibliografische Informationen auf logische und gut strukturierte Weise zusammenführt.
Fundorte und Fundkomplexe: Umfasst räumliche Informationen zu Fundorten (Fundstellen) sowie Einzelheiten zu den darin enthaltenen Fundkomplexen (Fundsammlungen). Die Fundkomplexe können aus archäologischen, paläoanthropologischen, paläontologischen und paläobotanischen Untersuchungen stammen.
Schichten, Profile und Datierungsangaben: Verknüpft stratigraphische Informationen sowie Altersbestimmungen geologischer und archäologischer Schichten und Profile mit Fundkomplexen unterschiedlicher Art. Dabei werden sowohl absolute (radiometrische) als auch relative Datierungsmethoden berücksichtigt, um das Mindest- und Höchstalter der jeweiligen Schicht zu bestimmen.
Verhalten von Homininen: Umfasst archäologische Daten zu Steinartefakten; Werkzeugen aus organischen Materialien wie Knochen, Elfenbein oder Muschelschalen; symbolischen Artefakten wie Kunstgegenständen, Musikinstrumenten oder Schmuck; diversen Funden, einschließlich Ocker; sowie ortsfesten Befunden.
Menschliche Überreste: Erfasst Daten zu Homininen-Fossilien sowie zu Anatomie, Geschlecht und Alter des Individuums. Unterschiedliche taxonomische Einordnungen werden in separaten Tabellen geführt; dieses Verfahren ermöglicht es, Homininen-Exemplaren und/oder einer Gruppe menschlicher Fossilien mehr als eine taxonomische Interpretation zuzuordnen.
Umwelt und Ökologie: Zusammenstellung von Daten zur Fauna und Flora im Zusammenhang mit kulturellen Hinterlassenschaften und Homininenfunden. Aus diesen Daten lassen sich weitere Informationen ableiten, beispielsweise zu Klima, Vegetation, Biomen und Ökologie.
Datenquellen: Zitiert bibliografische Informationen, die Veröffentlichungen mit Orten, Schichten, Zeitaltern und Fundkomplexen verknüpfen. Weitere Referenzen können hinzugefügt werden, beispielsweise die Namen und Institutionen von Forschern, die noch nicht veröffentlichte Daten in ROAD speichern.
ROCEEH
Schematische Darstellung der logischen Struktur von ROAD
Die Datenbank wird unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz veröffentlicht und ist in den folgenden Ressourcen weiter dokumentiert:
Zitierbare Publikation: Kandel, A. W., Sommer, C., Kanaeva, Z., Bolus, M., Bruch, A. A., Groth, C., Haidle, M. N., Hertler, C., Heß, J., Malina, M., Märker, M., Hochschild, V., Mosbrugger, V., Schrenk, F., & Conard, N. J. (2023). The ROCEEH Out of Africa Database (ROAD): A large-scale research database serves as an indispensable tool for human evolutionary studies. PLOS ONE, 18(8), e0289513.
ROCEEH
ROAD entity relationship Diagramm
Simple Search
Das Tool „Simple Search“ von ROAD bietet einen übersichtlichen Einblick in die Inhalte der Datenbank. Mithilfe von Dashboard-Funktionen lassen sich raum-zeitliche Daten sowie übergeordnete Kategorien filtern, auswählen und anzeigen, wodurch schnelle Antworten auf die Fragen nach dem „Wann“, „Wo“ und „Was“ geliefert werden. Über die weiteren Werkzeuge der Datenbank lässt sich jedoch noch weitaus mehr ins Detail gehen.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Alle | Link
Summary Data Sheets
Diese Datenblätter enthalten sämtliche Informationen zu den einzelnen Fundstellen. Sie umfassen eine Zusammenfassung der Fundstelle, archäologische und geologische Profile, Angaben zu den Funden sowie die in ROAD zitierte Literatur. Die Berichte sind als benutzerfreundliche PDFs gestaltet und enthalten grafische Darstellungen sowie formatierte Tabellen – ideal, um alle Informationen auf einen Blick zu erfassen.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Alle | Zugang über Simple Search
AskROAD
Ask ROAD ist die bevorzugte Wahl, wenn tabellarische Daten in interoperablen Formaten wie TXT, CSV, JSON oder XML benötigt werden. Ein Formular führt durch verschiedene Auswahlkriterien, mit denen die Ergebnisse individuell angepasst werden können. Dieses Tool bietet einen benutzerfreundlichen Zugriff auf häufig gestellte Abfragen, ohne dass SQL-Befehle formuliert werden müssen.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Daten-Analyst:innen | Link
roadDB
Dieses Paket ermöglicht eine nahtlose Integration in die Statistiksoftware R. Sie können über spezielle R-Funktionen auf die Inhalte von ROAD zugreifen und die Ergebnisse als interoperable Dataframes abrufen. Das Paket ist besonders nützlich für die quantitative Forschung, da es reproduzierbare Arbeitsabläufe unterstützt und sich problemlos mit einer Vielzahl externer R-Pakete kombinieren lässt.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Daten-Analyst:innen | CRAN | Github | Tutorial
Query Tool & ROADWeb
Das Abfragetool (Query Tool) bietet den umfassendsten Zugriff auf die ROAD-Inhalte, einschließlich sämtlicher Datenbanktabellen und der Möglichkeit, komplexe SQL-Abfragen zu formulieren. Da die effektive Nutzung dieser Funktion detaillierte Kenntnisse der Datenbankstruktur und des -schemas voraussetzt, ist der Zugriff auf registrierte Nutzer beschränkt.
ROAD-Inhalte lassen sich zudem über ROADWeb erkunden – eine Online-GIS-Plattform, die ROAD-Daten mit ergänzenden Geodatensätzen, Hintergrundkarten sowie interaktiven Visualisierungs- und Analysewerkzeugen kombiniert.
Zugang: Eingeschränkt| Anmelden | Registrieren | Zielgruppe: Fortgeschrittene Benutzer:innen | Zugang über Simple Search
Geodata Warehouse
Dieses Datenportal bietet Geodatensätze zur Online-Visualisierung, zum Download und zur Integration über interoperable Webdienste an. Es enthält Forschungsergebnisse des ROCEEH-Teams sowie frei zugängliche Zusatzdaten.
Zugang: Offen | Zielgruppe: GIS-Analyst:innen | Link
Linked Open Data
Die ROAD-Implementierung im Semantic Web richtet sich an Datenbankentwickler und fortgeschrittene Nutzer. Sie ermöglicht die Verknüpfung von ROAD-Inhalten mit Ressourcen aus der „Linked Open Data“-Cloud sowie mit benutzerdefinierten semantischen Datenstrukturen. Zudem können die Daten über den ROAD-SPARQL-Endpunkt abgerufen und abgefragt werden.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Datenbank-Entwickler:innen | URI: https://www.roceeh.uni-tuebingen.de/road/
ARIADNE Infrastruktur
Das Ariadne-Portal ist ein Aggregator für archäologische Daten aller Epochen. Es führt Daten aus verschiedenen Quellen auf einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammen und bietet Suchoptionen nach räumlichen, zeitlichen und kategorischen Kriterien. ROAD ist der größte Anbieter von Daten zur Ur- und Frühgeschichte. Die Inhalte von ROAD wurden unter Verwendung von Getty AAT and PeriodO standardisiert.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Alle | Link
Wikipedia
Auf Wikipedia stehen interaktive Karten zu ausgewählten Themen, wie etwa Kulturepochen, frühe Menschenarten, Artefakt-Typen und andere archäologische Befunde, bereit. Auch wenn diese Datensätze eher repräsentativ als lückenlos sind, wurden sie von Fachleuten auf dem jeweiligen Gebiet geprüft und validiert.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Alle | Link
Zenodo
Viele ROAD-Ressourcen werden nachhaltig auf Zenodo archiviert, darunter jährliche Datenbank-Dumps in verschiedenen Formaten, beschreibende Dokumentationen und Forschungsergebnisse. Sämtliche archivierten Materialien sind über die „ROCEEH Community“ zugänglich.
Zugang: Offen | Zielgruppe: Alle | Link
ROCEEH
ROAD Zugriffsmöglichkeiten
Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht der von ROCEEH seit der Gründung der Forschungsstelle veranstalteten Konferenzen, Symposien und Workshops.
Workshop "Big Data and Human Evolution"
27.-29. Oktober 2025, Bones Lab, Universität Bologna, Italien
organisiert von M.N. Haidle, A.W. Kandel, C. Sommer und J.B. Pedersen
Im Rahmen des Workshops wurden die theoretischen und praktischen Aspekte der Erstellung, Verwaltung und Pflege umfangreicher Datenbanken für die Erforschung zur menschlichen Evolution beleuchtet. Die Teilnehmenden befassten sich mit Herausforderungen in den Bereichen Datenintegration, Nachhaltigkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit und setzten sich dabei mit neuen Methoden der Datenwissenschaft wie Data Mining, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz auseinander. Im Rahmen praktischer Übungen mit der ROCEEH Out of Africa Database (ROAD) wandten die Teilnehmenden Techniken des Datenmanagements und der Datenanalyse an, um Forschungsfragen zu bearbeiten, und knüpften neue interdisziplinäre Kooperationen.
ROCEEH
Symposium: Diversifying Networks. How Culture Infuses the Environment
8.-10. Oktober 2025, Senckenberg Forschungsinstitut, Frankfurt am Main
organisiert von ROCEEH
Homininen wirkten im Verlauf der Evolution als außergewöhnliche Gestalter ihrer Ökosysteme, indem sie durch technologische, soziale und kulturelle Innovationen ihre Ressourcennutzung erweiterten, ökologische Nischen transformierten und neue Bedingungen für evolutionäre Prozesse sowohl innerhalb ihrer eigenen Art als auch für synanthrope Spezies schufen. Das ROCEEH-Symposium zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen kulturellen Leistungen und Umwelt systematisch zu untersuchen, um ein diachrones Verständnis der dynamischen, sich diversifizierenden Netzwerke zu gewinnen, die die menschliche Evolution geprägt haben.
ROCEEH
ROCEEH-Konferenz 'Ritual in Human Evolution - Interdisciplinary Perspectives'
4.-6. Oktober 2023, Tübingen
organisiert von R. Dapschauskas, S. Wolf, N.J. Conard, M.N. Haidle und M. Keysan
Seit dem 19. Jahrhundert wird das Phänomen "Ritual" interdisziplinär untersucht, wobei insbesondere kognitionswissenschaftliche Ansätze in den letzten Jahrzehnten wesentliche Erkenntnisse zu den psychologischen Grundlagen geliefert haben, jedoch Fragen nach den evolutionären Ursprüngen sowie die Integration paläolithischer archäologischer Befunde bislang unzureichend berücksichtigt wurden. Die Konferenz verfolgt daher das Ziel, durch einen dezidiert interdisziplinären Austausch den aktuellen Forschungsstand zur Ritualevolution zu bündeln und neue Perspektiven zu entwickeln, insbesondere im Hinblick auf Verhaltensvergleiche, archäologische Evidenz und den Zusammenhang zwischen Ritual und paläolithischer Kunst.
ROCEEH
Konferenz 'Modes - Forms - Structures'
9.-11. März 2022, Karlsruhe
organisiert von Mathias Gutmann (KIT, Karlsruhe), Marco Tamborini (TU Darmstadt) und Christine Hertler (ROCEEH)
ROCEEH
ROCEEH Konferenz 'Human Origins - Digital Future'
27.-31. Juli 2020 online
Die ROCEEH-Konferenz „Human Origins – Digital Future“ präsentierte und diskutierte integrative Aspekte und Ansätze zur Entwicklung, Nutzung und langfristigen Sicherung großer wissenschaftlicher Datenbanken, insbesondere im Kontext anthropologischer Forschung. Im Zentrum stand die Frage, wie Datenbanken mithilfe innovativer Informationstechnologien zur Generierung neuer Erkenntnisse durch die Erschließung und Auswertung archäologischer, paläoanthropologischer, paläobiologischer und paläogeographischer Daten genutzt werden können.
Die Konferenz behandelte zentrale Herausforderungen der Digitalisierung, darunter Möglichkeiten und Probleme umfangreicher, mehrschichtiger Datenbanksysteme. Trotz der breiten Anwendung digitaler Werkzeuge in wissenschaftlichen Projekten bleiben Fragen der Vernetzung, gezielten Erweiterung, Evaluation und nachhaltigen Sicherung von Datenbanken weiterhin offen; zudem wurden neue Ansätze wie Data Mining, maschinelles Lernen, Deep Learning und künstliche Intelligenz thematisiert.
Buch: Kandel, Andrew, Miriam Noël Haidle & Christian Sommer (eds.) 2022. Human origins – digital future. An international conference about the future of archaeological and paleoanthropological databases. Heidelberg, Propylaeum.
ROCEEH
Internationale Senckenberg Konferenz: Images, gestures, voices, lives. What can we learn from Palaeolithic art?
30. Mai - 2. Juni 2018, Tübingen
organisiert von ROCEEH und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment
Die Konferenz wurde finanziert durch Mittel der DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
Buch: Haidle, Miriam Noël et al. (Hrsg.): Images, Gestures, Voices, Lives. What Can We Learn from Paleolithic Art?, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2025 (ROCEEH Communications, Band 2).
HeiUp
KULT-UR-MENSCH – Kulturkonzepte für die Erforschung der Menschwerdung
Konferenz: Concepts of Culture for Research on Becoming Human
23.-25.11.2017, Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Heidelberg
organisiert von Miriam Haidle, Christine Hertler und dem ROCEEH-Team
Im Rahmen einer Statuskonferenz wurden zentrale Kulturkonzepte interdisziplinär analysiert, theoretisch eingeordnet und hinsichtlich ihres Potenzials für die Forschung reflektiert, um weiterführende Perspektiven für das Projekt zu entwickeln.
ROCEEH
100+25 years of Homo erectus: Dmanisi and beyond
Internationale Senckenberg Konferenz
20.-24. September, Tiflis, Georgien, 2016
organisiert von:
Georgian National Museum
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt/Main
Forschungsstelle ROCEEH, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Die Senckenberg-Konferenz 2016 in Tiflis stellte frühe Evolutionsstufen der Gattung Homo in einen evolutions- und umweltgeschichtlichen Kontext und diskutierte die Rolle des Kaukasus in der frühen Homininenentwicklung.
ROCEEH
International ROCEEH Conference on Human Expansions
13.-17. Juli 2015, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt
Symposium "The Nature of Culture"
15.-18. Juni 2011, Tübingen
Buch: Miriam N. Haidle, Nicholas J. Conard, Michael Bolus (eds)(2016): The Nature of Culture. Based on an Interdisciplinary Symposium ‘The Nature of Culture’, Tübingen, Germany. Springer Dordrecht. DOI: 10.1007/978-94-017-7426-0
ROCEEH
Joint Symposium of ROCEEH and BiK-F "Human Expansions and Global Change in the Pleistocene - Problems and Methods"
16.-19. November 2009, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt/Main
inklusive ROCEEH Workshops: Reconstructing Environments: Quantitative Methods and Infrastructure for the Assessment of Early Human Expansions
Eröffnungsworkshop der neuen Forschungsstelle ROCEEH
21.-22. April 2008, Heidelberg
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
The Role of Culture in Early Expansions of Humans
Senckenberganlage 25 | 60325 Frankfurt am Main, Deutschland
Eberhard Karls University of Tübingen
The Role of Culture in Early Expansions of Humans
Hölderlinstraße 12 | 72074 Tübingen, Germany
E-mail: info [at] roceeh.net
ResearchGate: https://www.researchgate.net/scientific-contributions/2101359835_ROCEEH