Année Philologique

Laufzeit: von 1972 bis 2012

Die 1924 ins Leben gerufene „Année Philologique“ ist die einzige vollständige internationale und bis 2012 jährlich erscheinende wissenschaftliche Bibliographie für die gesamten Altertumswissenschaften. Sie enthält die Bereiche Literatur (pagan und frühchristlich), Sprachwissenschaft, Textgeschichte, Papyrologie, Archäologie, Epigraphik, Geschichte (einschließlich Wirtschafts-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte), Religionsgeschichte, Rechtsgeschichte, Philosophie und die Geschichte der Naturwissenschaften. Zeitlich umfasst sie die drei Jahrtausende von ca. 2000 v. Chr. (Mykene, Kreta) bis ca. 800 n. Chr. (Literatur des Frühmittelalters).

Mädchen mit Schreibgriffel, sog. Sappho von Künstler 1. Jahrhundert

Der Vorzug der Bibliographie besteht darin, dass nicht nur jedes weltweit neu erschienene, fachlich einschlägige Buch sowie fünf Jahre lang jede Rezension dazu aufgenommen wird, sondern insbesondere sämtliche aus über 1000 Zeitschriften exzerpierten Aufsätze sowie zahlreiche in Sammelschriften erschienene Beiträge mit einem Resümee versehen werden.

Das Unternehmen verteilte sich auf verschiedene Arbeitsstellen: Die Zentrale hatte ihren Sitz in Paris; Zweigstellen gab es in den U.S.A. (seit 1965, zur Zeit in Cincinnati/Ohio), in Heidelberg (seit 1972), in Lausanne (seit 1977), in Genua (seit 1995), in Granada (seit 2000) und in Victoria/Kanada (seit 2005). Die Heidelberger Zweigstelle bearbeitete die in Deutschland und in Österreich erscheinende Literatur, die ungefähr 20 % der Gesamtmenge ausmacht.

Die „Année Philologique“ erschien einmal jährlich in Buchform. Ferner existiert eine Internet-Datenbank, in der alle Jahrgänge für Abonnenten zugänglich sind; zahlreiche wissenschaftliche Bibliotheken gewähren ihren Nutzern einen kostenlosen Zugang zu dieser Internetdatenbank, so etwa die Heidelberger Universitätsbibliothek unter http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/. In dieser Internet-Datenbank werden seit 2009 auch die Datensätze des aktuellen Redaktionsjahres als „interim records“ zugänglich gemacht.

Seit 2013 ist die Zweigstelle an der LMU München angesiedelt.

 


 

Forschungsstellenleiter:

Prof. Dr. Jürgen Paul Schwindt
Prof. Dr. Gerrit Kloss (Stellvertreter)

Mitarbeiter:

Benedict Beckeld, M.A.
Bettina Furley
Regine Klar
Dr. Anneliese Kossatz-Deißmann
Prof. Dr. Werner Schubert
Anke Walter