Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620)

Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620)

Zur Datenbank: https://thbw.hadw-bw.de

Zum Brief des Monats

Videobeitrag über die Arbeit der Forschungsstelle

Aufgabe und Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erfassung, Erschließung und Teiledition der Briefe aller führenden Theologen und kirchenleitenden Persönlichkeiten der Kurpfalz, Württembergs und Straßburgs in den Jahren von 1550 bis 1620. Eine Auswertung der Briefe dieses Zeitraums eignet sich in besonders guter Weise, um die Konfessionalisierung und ihre Folgen in der Frühen Neuzeit zu klären. Korrespondenzen sind eine besonders ertragreiche Quelle, wenn man nicht nur die Briefwechsel einzelner Personen erschließt, sondern möglichst vollständig die Briefe bestimmter Personengruppen in ausgewählten Regionen in klaren Zeiträumen in den Blick nimmt. Dann lassen sich Netzwerke erschließen und Muster allgemeiner Gültigkeit werden leichter sichtbar. Da Theologen bei der Herausbildung der Konfessionen eine Schlüsselrolle gespielt haben, geben ihre Briefe in besonderem Maß Auskunft über Motive und Mechanismen der Konfessionalisierung.

Portraits aus: Boissard, Bibliotheca chalcographica, Heidelberg/Frankfurt a. M. 1652-1669 (Quelle: Universität Mannheim, MARABU)

Zu erwarten ist – bei einer Zahl von ca. 200 relevanten Personen – ein Corpus von ca. 35.000 Briefen. Diese große Menge an Dokumenten wird anhand der Basisdaten (Absender, Adressat, Datum, Incipit, Schlagworte zum Inhalt etc.) in einer Datenbank (https://thbw.hadw-bw.de/) erfasst, ein Teil zusätzlich als Digitalisat der handschriftlichen Vorlage wiedergegeben und eine noch begrenztere Auswahl auch transkribiert geboten. Zudem sollen etwa 1.000 für die Frage nach dem Zusammenhang von Konfessionalisierung, Territorialstaatsbildung und Säkularisierung besonders relevante Briefe ediert und kommentiert werden. Mit der Erfassung und Edition der Briefe geht deren inhaltliche Auswertung im Hinblick auf diese zentralen Themen einher. Am Projekt beteiligte Promovierende werten einzelne Briefwechsel gezielt aus. Nicht zuletzt dienen die Daten der erfassten Briefe als Grundlage für die Rekonstruktion und die Analyse der Korrespondenznetzwerke der südwestdeutschen Theologen.

Die Arbeit der Forschungsstelle

Die Erfassung, Erschließung und exemplarische Edition des Briefwechsels aller führenden Theologen der Kurpfalz, Württembergs und Straßburgs in den Jahren von 1550 bis 1620 soll die skizzierten Zusammenhänge erhellen. Es werden Theologieprofessoren der Universitäten Heidelberg und Tübingen sowie der Straßburger Akademie, ferner die territorial oder kirchengeschichtlich bedeutsamen Superintendenten und Hofprediger in dem betreffenden Zeitraum berücksichtigt. Es handelt sich um mehr als 200 Personen mit ca. 35.000 Briefen. Davon sollen die tausend wichtigsten Briefe ediert und kommentiert werden. Diese große Menge Quellenmaterial ist nur zu bewältigen, indem der größere Teil lediglich rudimentär erfasst, ein weiterer Teil als Reproduktion der handschriftlichen Vorlage wiedergegeben sowie eine noch begrenztere Auswahl transkribiert geboten wird. Die wichtigsten Briefe sollen ediert und kommentiert werden.

Briefdatenbank: https://thbw.hadw-bw.de/


Bedeutung der Theologenbriefe

Eine Auswertung der Briefe dieses Zeitraums eignet sich in besonders guter Weise, um die Konfessionalisierung und ihre Folgen in der Frühen Neuzeit zu klären. Korrespondenzen sind eine besonders ertragreiche Quelle, wenn man nicht nur die Briefwechsel einzelner Personen erschließt, sondern möglichst vollständig die Briefe bestimmter Personengruppen in ausgewählten Regionen in klaren Zeiträumen in den Blick nimmt. Dann lassen sich Netzwerke erschließen und werden Muster allgemeiner Gültigkeit leichter sichtbar. Da Theologen bei der Herausbildung der Konfessionen eine Schlüsselrolle gespielt haben, geben ihre Briefe in besonderem Maß Auskunft über Motive und Mechanismen der Konfessionalisierung.

Warum der Südwesten?

Zwischen 1550 und 1620 entwickelten sich im Südwesten des Reiches drei konkurrierende Modelle der Reformation: ein lutherisches (Württemberg, Universität Tübingen), ein reformiertes (Kurpfalz, Universität Heidelberg) und ein „oberdeutsches“ (Straßburg).

Diese unterschiedlichen konfessionellen Ausprägungen des Protestantismus im Südwesten beeinflussten sich gegenseitig intensiv, insbesondere indem sie sich verstärkt voneinander abgrenzten. Sie hatten aber auch eine überregionale, ja internationale Ausstrahlung. Das Straßburger reformatorische Modell prägte z.B. die Reformation Calvins, der Tübinger Theologe Jacob Andreae spielte eine führende Rolle bei der lutherischen Bekenntnisbildung im gesamten deutschsprachigen Raum und das kurpfälzische Reformiertentum mit der Universität Heidelberg entwickelte sich zu einer politischen Bastion sowie einem intellektuellen Zentrum des Calvinismus in Europa bis 1620. So hat diese Region einen wesentlichen, noch immer nicht ausreichend gewürdigten Beitrag zur europäischen Reformationsgeschichte geleistet.


Beitrag zur Historiographie der Frühen Neuzeit

Die Zeit zwischen dem Augsburger Religionsfrieden und dem Dreißigjährigen Krieg hat in den letzten Jahrzehnten besondere Aufmerksamkeit in den Geschichtswissenschaften gefunden. Denn seit den 1980er Jahren ist die bis dahin herrschende Deutung, dass der Weg in die Moderne im Wesentlichen als Säkularisierung, das heißt als Rückgang der Relevanz und Normativität von Religion für Staat und Gesellschaft, zu beschreiben sei, grundlegend in Frage gestellt worden. Vielmehr sei die infolge der Reformation einsetzende Konfessionalisierung ebenfalls ein eminent modernisierender Vorgang gewesen. Eine genauere Bestimmung des Verhältnisses von Säkularisierung und Konfessionalisierung ist gegenwärtig eine zentrale Frage der Historiographie der Frühen Neuzeit. Sie hat auch erhebliche Implikationen für die Deutung der Entstehungsgeschichte der westlichen Zivilisation insgesamt, bis hin zur gegenwärtigen Frage der Rolle der Religion in der Öffentlichkeit.

Dissertationsprojekte

Die Doktoranden der Forschungsstelle werten die Datenbestände zu einzelnen Briefwechseln in ihren Dissertationsvorhaben aus. Dabei liegt ein Forschungsschwerpunkt auf den Motiven konfessioneller Polemik, den Mechanismen der Konfessionalisierung sowie der Profilierung innerprotestantischer Differenzlehren im Werk wichtiger Vertreter der Kontroverstheologie in Württemberg, der Kurpfalz sowie in Straßburg.

 

Laufende Dissertationsprojekte:

Der Schriftnachlass des Hirsauer Abts Johannes Parsimonius (1525–1588) im Kontext seiner Zeit [Arbeitstitel]

Elise Gäng

Neben zentralen Personen wie Jakob Andreae, Johannes Brenz der Ältere oder Thomas Erastus gab es zahllose weitere Geistliche, welche die lutherische und die reformierte Konfession im Reich verbreiteten und lehrten. Einer von diesen ist der spätere Abt des Klosters Hirsau: Johannes Karg oder latinisiert Johannes Parsimonius. Dieser verfasste eine Vielzahl an (unveröffentlichten) Schriften, welche bisher größtenteils nicht aufgearbeitet wurden. Dabei sind diese hochinteressant, gerade weil sie sich nicht auf theologische Inhalte beschränken, sondern überdies zwei Weltgeschichten und Zusammenfassungen für den Unterricht an der Klosterschule beinhalten. Darüber hinaus führte Parsimonius zahlreiche Briefwechsel mit führenden Theologen seiner Zeit (unter anderem mit Andreae und Brenz) und intervenierte sowohl im Augsburger Kalenderstreit als auch im bisher kaum erforschten Augsburger Höllenfahrtsstreit. All dies macht ihn zu einer sehr vielfältigen Persönlichkeit. Im Rahmen des Dissertationsprojekts soll daher der Schriftnachlass von Parsimonius umfassend aufgearbeitet werden, wobei ein Schwerpunkt die Bearbeitung seiner Korrespondenzen darstellen wird.


Obrigkeitliche Konfessionswechsel und ihre Folgen.

Die kurpfälzische Religionspolitik unter Ludwig VI. (1576–1583) und Johann Casimir (1583–1592)

Marcel Böhme

Die Kurpfalz als eines der bedeutendsten weltlichen Territorien im Alten Reich mit dem Zentrum in Heidelberg und der entlegenen Oberpfalz war im 16. Jahrhundert mehrmals einem Konfessionswechsel ausgesetzt, der sich jeweils mit dem Herrscherwechsel vollzog. Aufgrund des landesherrlichen ius reformandi verlief die religiös-konfessionelle Geschichte hier singulär. Unter Kurfürst Friedrich III. bildete sich ein Zentrum des Reformiertentums mit europäischer Vernetzung. Bedeutsam für die Konfessionalisierung im Südwesten des Reichs war auch die Regierungszeit seines Sohnes, Kurfürst Ludwigs VI., der das Luthertum wieder einführte. Zur Relutheranisierung existiert bislang noch keine Untersuchung. Unter dem Kuradministrator Johann Casimir kehrte die Kurpfalz schließlich wieder zum reformierten Bekenntnis zurück. Eine systematische Analyse der innerevangelischen Konfessionsveränderungen und ihrer Auswirkungen ist ein Forschungsdesiderat, das mit der Dissertation geschlossen werden soll. Zugleich wird das Profil zentraler kirchenleitender Theologen (Generalsuperintendenten, Hofprediger) auf Grundlage ihrer Korrespondenzen ermittelt, die im Zuge des Forschungsprojekts Theologenbriefwechsel erstmals erschlossen werden. Durch die Erforschung der Konfessionswechsel soll ein Beitrag zum Umgang mit konfessioneller Pluralität im Untersuchungszeitraum der Arbeit geleistet werden.

 

Abgeschlossene Dissertationsprojekte:

„Concordia et Confessio“.

Die Vermittlungstätigkeit des lutherischen Theologen Jakob Andreae

Stefan Aderhold

Ohne Zweifel spielt Jakob Andreae für die lutherische Konfessionalisierung eine tragende Rolle. Dennoch gibt es nur wenige Beiträge, die sich ausführlich mit seinem Leben und seiner Wirkung beschäftigen. Zudem kommen diese zu gegensätzlichen Bewertungen seiner Mitwirkung an konfessionsbildenden Prozessen. Während einige seine kompromisslose Härte in den Konfliktsituationen seiner Zeit betonen, heben andere seine pragmatische Offenheit hervor. Beide Perspektiven vereinigen sich in der Ambiguität seiner Person. Zum einen versuchte er, tiefgreifende Dissensen als Wortstreit herunterzuspielen, zum anderen verteidigte er leidenschaftlich, was für ihn den Kern theologischer Wahrheit ausmachte. Dieser Forschungsbeitrag wird seine Verhältnisbestimmung von concordia und confessio in unterschiedlichen Konfliktlagen und ihre Bedeutung für die lutherische Konfessionalisierung untersuchen. Aufgrund des dialogischen Charakters seiner Theologie wird seine Korrespondenz dabei besonders berücksichtigt.

 

Damit sie „regiren nach dem wort Gottes, nit nach aigner vernunfft“.

Gemeinwohl und Toleranz in der politisch-theologischen Semantik des Johannes Brenz (1499-1570)

Theresa Möke

Dass Fürsten „regiren sollen nach dem wort Gottes, nit nach aigner vernunfft“ schreibt der württembergische Theologe Johannes Brenz (1499-1570) und macht dies zum erklärten Ziel seines politischen Wirkens. Als junger Heidelberger Student begegnete er 1518 Martin Luther, begeisterte sich sofort für dessen Thesen und „brennt“ seither für die Reformation, die er im Südwesten des Reiches schon bald entscheidend mitgestaltet. Als politischer Denker und Politikberater erwirbt sich der Theologe dabei ein ausgesprochen markantes Profil. Von protestantisch gesinnten Fürsten um Rat gebeten, erarbeitet Brenz im Rekurs auf biblische Traditionen neue Ideen und Konzepte zur Gestaltung guter Herrschaft.

Auf Grundlage der im Akademie-Projekt „Theologenbriefwechsel“ ab 2017 neu erschlossenen Quellen leuchtet die Dissertation aus, wie sehr Brenz das Politische prägte und welche Normen und Werte er zur Ausgestaltung guter Herrschaft formulierte. Das Forschungsdesiderat einer systematischen Aufarbeitung von Brenz‘ politischem Wirken und Denken soll damit geschlossen werden.

Die Dissertation ist 2024 erschienen (siehe Publikationen).

 

„Daraus kündten auch die Graeci lärnen“

Die Bemühungen des Martin Crusius (1526-1607) um ein Luthertum der Griechen

Paul A. Neuendorf

Die Dissertationsschrift untersucht die schriftlichen und praktischen Bemühungen des Tübinger Gelehrten Martin Crusius, die lutherische Lehre unter den griechisch-orthodoxen Christen zu verbreiten. Während des Kontakts der württembergischen Landeskirche mit dem ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel 1573-1581 erklärte es Crusius zu seinem persönlichen Ziel, einerseits das Luthertum unter den Griechen zu verkünden, und andererseits dem griechischen Bildungssystem zu neuer Blüte zu verhelfen. Der Tübinger Professor verfasste und erstellte hierzu insgesamt sieben Werke für die religiöse Praxis, den theoretischen Unterricht und für die konfessionelle Abgrenzung. In der Untersuchung wird anhand der vollständigen Auswertung des Tagebuchs von Crusius eingehend beleuchtet, mit welcher Beharrlichkeit der Professor der artistischen Fakultät über Jahrzehnte hinweg trotz unzähliger Widrigkeiten dieses Anliegen verfolgte und welche praktischen Missionsversuche er unternahm, wenn Griechen ihn in Tübingen aufsuchten.

Zudem wird mit der Dissertation die Ersteditionen von 54 lutherischen, von Crusius ins Griechische übersetzten Liedern und weiteren 24 zentralen Texten geboten.

Die Dissertation ist 2022 erschienen (siehe Publikationen).

Datenbank des Theologenbriefwechsels

Seit Juli 2020 ist die Online-Datenbank zum Theologenbriefwechsel aktiv. Auf dieser Seite werden schrittweise neue Datensätze zu dem Projekt und seinen Inhalten veröffentlicht.  

Forschungsstellenleiter
Mitarbeiter
Ehemalige
  • Stefan Aderhold, Dipl.-Theologe
  • Theresa Möke M.A.
  • Dr. Paul Neuendorf

 

Hilfskräfte
  • Aaron Lee Dietrich
  • Madlena Felsinger
  • Celia Charlotte Ganz
  • Simon Heyne
  • Lena Kliemke
  • Hannah-Pheline Schütte
  • Marvin Weiler
  • Leon Wolter
  • Michael Woodard
  • Qingyuan Xu
Mitglieder der projektbegleitenden Kommission
  • Prof. Dr. Matthieu Arnold (Strasbourg)
  • Dr. habil. Reinhard Bodenmann (Zürich)
  • Prof. Dr. Tobias Bulang (Heidelberg)
  • Prof. Dr. Amy Nelson Burnett (Nebraska-Lincoln)
  • Prof. Dr. Michael Gertz (Heidelberg)
  • Prof. Dr. Sabine Holtz (Stuttgart)
  • Prof. Dr. Andreas Holzem (Tübingen)
  • Prof. Dr. Armin Kohnle (Leipzig)
  • Prof. Dr. Thomas Maissen (Heidelberg)
  • Prof. Dr. Torsten Schrade (Akademie Mainz)
  • Prof. Dr. Albrecht Winnacker (Erlangen)
  • Prof. Dr. Eike Wolgast, Vorsitzender (Heidelberg)
Publikationen der Forschungsstelle

ThBW 3: Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620). Kritische Auswahledition, Band 3: Straßburg I (1549-1577), hg. von Christoph Strohm, bearb. von Stefan Aderhold, Sabine Arend, Marcel Böhme, Stephen E. Buckwalter, Daniel Degen, Gerald Dörner, Max Graff, Judith Steiniger und Thomas Wilhelmi (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 109), Gütersloh 2024.

Stefan Aderhold: Concordia et Confessio. Die Vermittlungstätigkeit des lutherischen Theologen Jakob Andreae, Diss. theol. Univ. Heidelberg 2024.

Theresa Möke: Gemeinwohl und Toleranz in der politisch-theologischen Semantik von Johannes Brenz (1499-1570), Diss. phil. Heidelberg, München 2024.

Ramona Roller/Frank Schweitzer/Christoph Strohm: The Role of Neighbourhood Relations in Confessionalisation, in: Reformation and Renaissance Review 2024, S. 1-21. https://doi.org/10.1080/14622459.2024.2426084.

Christoph Strohm: Religion, Recht und Säkularisierung in der Frühen Neuzeit. Zur kulturellen Signatur der westlichen Christenheit, Heidelberg 2024.

 

Südwestdeutsche Theologenbriefwechsel. Kirchen- und kulturgeschichtliche Einblicke. Christoph Strohm zum 65. Geburtstag, hg. von Marcel Böhme, Max Graff und Judith Steiniger, Heidelberg 2023 (Heidelberger Forschungen 48), darin:

  • Stefan Aderhold: Mut zur Wahrheit. Jakob Andreaes Vermittlungsstrategien vor der Folie des gegenwärtigen inner- und interkonfessionellen Dialogs (S. 17-40)
  • Sabine Arend: Bartholomäus Hagen im Kräftefeld von Religion und Politik in Württemberg (S. 41-57)
  • Marcel Böhme: Differenzwahrnehmung in Melanchthons Gutachten zum Abendmahlsstreit. Der Übergang der Kurpfalz zum Reformiertentum 1559–1561 im Spiegel der Briefe Paul Einhorns (S. 59-90)
  • Stephen E. Buckwalter: Chronik eines angekündigten Todes. Aus den Briefen des Mülhauser Pfarrers Konrad Finck an Konrad Hubert (Januar 1560–August 1561) (S. 91-101)
  • Daniel Degen: Unabkömmlich, zu alt, zu schwach. Die abschlägigen Antworten württembergischer Theologen auf Berufungen in das Herzogtum Preußen (S. 103-117)
  • Gerald Dörner: „Gastarbeiter im Weinberg des Herrn“. Die Tätigkeit württembergischer Kirchendiener außerhalb des Herzogtums Württemberg (S. 119-135)
  • Max Graff: Familie und Konfession. Zu Victorinus Strigels Briefen an Erhard und Dietrich Schnepf (S. 137-159)
  • Judith Steiniger: Neujahrsgrüße nach Straßburg. Ein Gedichtbrief Wilhelm Bidembachs an Johannes Marbach aus dem Jahr 1568 (S. 161-175)
  • Thomas Wilhelmi: Matthias Erb und die Bilderfrage (S. 177-188).

Moritz Arndt/Max Graff: Der doppelte Johannes Sylvanus. Eine biographische Klarstellung, in: Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde 90 (2023), S. 103-108.

Sabine Arend: Konfessionelle Erziehung in einer evangelischen Reichsstadt. Quellen zur Bildungs-, Sozial- und Musikgeschichte des Esslinger Collegium Alumnorum 1598-1810 (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 105), Gütersloh 2023. Diese Publikation wurde 2024 ausgezeichnet mit dem Dr. Fritz-Landenberger-Preis zur Förderung der Esslinger Stadtgeschichtsforschung.

Max Graff: Abgefangene Briefe und eine verweigerte Unterschrift. Die Entlassung des Heidelberger Theologieprofessors Edo Hilderich im Spiegel brieflicher Quellen, in: Archiv für Reformationsgeschichte 114 (2023), S. 197-227.

Max Graff: „Trag bier her / ey mich dürstet also sehr“. Die frühneuzeitliche Trinkkultur in zeitgenössischen Quellen, in: Archiv für Kulturgeschichte 105/1 (2023), S. 91-110.

Max Graff: Konfession, Polemik und guter Käse: Was schrieben sich Theologen im 16. Jahrhundert? Der 10.000. Theologenbrief ist online, in: Athene. Magazin der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 1/2023, S. 27-28.

Christoph Strohm: Augustin als Autorität bei Martin Bucer und in den Auseinandersetzungen um die Kölner Reformation, in: Günter Frank/Volker Leppin/Herman J. Selderhuis/Klaus Unterburger (Hg.), Totus noster? Augustinus zwischen den Konfessionen (Refo500 Academic Studies 93), Göttingen 2023, S. 97-114.

Christoph Strohm: Kulturelle Signatur der westlichen Christenheit. Beobachtungen am Beispiel frühneuzeitlicher Theologenbriefwechsel, in: Athene. Magazin der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 1/2023, S. 15-17.

Christoph Strohm: Luther, Melanchthon, Bucer und die reformierte Reformation. Ausgewählte Studien (Spätmittelalter, Humanismus, Reformation 137), Tübingen 2023.

 

ThBW 2: Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620). Kritische Auswahledition, Band 2: Kurpfalz I (1556-1583), hg. von Christoph Strohm, bearb. von Stefan Aderhold, Sabine Arend, Marcel Böhme, Stephen E. Buckwalter, Daniel Degen, Gerald Dörner, Max Graff, Judith Steiniger und Thomas Wilhelmi (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 99), Gütersloh 2022.

  • Rezensionen dieses Bandes von:
    • Udo Wennemuth, in: Jahrbuch für Badische Kirchen- und Religionsgeschichte 17 (2023), S. 227-230.
    • Ingo Klitzsch, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 123, Heft 1 (2024), S. 121f. (https://cris.uni-muenster.de/portal/de/publication/128205834)
    • Nelly Eisenreich, in: Zeitschrift für Historische Forschung 51 (2024), S. 166-168.
    • Hermann Ehmer, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 83 (2024), S. 567-569.

Paul A. Neuendorf, „Daraus kündten auch die Graeci lärnen“. Die Bemühungen des Martin Crusius (1526–1607) um ein Luthertum der Griechen, Heidelberg 2022. https://doi.org/10.17885/heiup.820.

Thomas Wilhelmi: Brieffunde in einer Sammelhandschrift aus dem Hamburger Geistlichen Ministerium, in: Archiv für Reformationsgeschichte 113 (2022), S. 313–326.

 

Der Brief des Monats. Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620), in: Athene. Magazin der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 1 (2021), S. 39f.

Sabine Arend, Die Engelserscheinung von Dürrmenz 1563. Theologische und politische Implikationen einer Laienprophetie im evangelischen Württemberg. Mit Edition der Gutachten von Johannes Brenz, Valentin Vannius und Johannes Magirus, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 80 (2021), S. 181-220.

Max Graff, Ein ingens incendium als böses Omen. Victorinus Strigel über den Heidelberger Schlossbrand im Jahr 1569, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 169 (2021), S. 223-231 (erschienen 2022).

Max Graff, Zutrinken und Trunksucht im Spiegel frühneuzeitlicher Quellen, in: Signa Ivris. Beiträge zur Rechtsikonographie, Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde 18 (2021), S. 211-239.

Christoph Strohm: Ausstrahlungen der Zürcher Reformation auf den Südwesten des Reichs, in: Ariane Albisser/Peter Opitz (Hg.), Die Zürcher Reformation in Europa. Beiträge der Tagung des Instituts für Schweizerische Reformationsgeschichte 6.-8. Februar 2019 in Zürich (ZBRG 29), Zürich 2021, S. 437–456.

 

ThBW 1: Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620). Kritische Auswahledition, Band 1: Württemberg I (1548-1570), hg. von Christoph Strohm, bearb. von Sabine Arend, Stephen E. Buckwalter, Daniel Degen, Gerald Dörner, Max Graff, Theresa Möke, Paul A. Neuendorf und Thomas Wilhelmi (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 96), Gütersloh 2020.

  • Rezension dieses Bandes von Hermann Ehmer, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 80 (2021), S. 650-652.

Sabine Arend, Zwischen Selbstfürsorge und Hypochondrie. Georg Ernst von Henneberg (1511–1583) im Briefwechsel mit seinem Leibarzt Thomas Erastus (1524–1583), in: Dinges, Martin / Pfütsch, Pierre (Hg.), Männlichkeiten in der Frühmoderne. Körper, Gesundheit und Krankheit (1500–1850) (Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Beihefte 76), Stuttgart 2020, S. 307–329.

Daniel Degen, Digitale Erschließung von Theologenbriefwechseln, in: Jahresheft der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg 15 (2020), S. 28-30.

Christoph Strohm, 1563: Heidelberger Katechismus – Weltweite Erfolgsgeschichte eines Lehr und Trostbuchs, in: Andreas Fahrmeir (Hg.), Deutschland. Globalgeschichte einer Nation, München 2020, S. 205−209.

Christoph Strohm, Das Profil des kurpfälzischen Reformiertentums am Beispiel des Abraham Scultetus, in: Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte 87 (2020), S. 1-12.

 

Christoph Strohm, Abraham Scultetus’ Dankpredigt anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten in Heidelberg, in: Nichola M. V. Hayton/Hanns Hubach/Marco Neumaier (Hg.), Churfürstlicher Hochzeitlicher HeimführungsTriumph. Inszenzierung und Wirkung der Hochzeit Kurfürst Friedrichs V. mit Elisabeth Stuart (1613), Ubstadt-Weiher/Heidelberg/ Speyer 2020, S. 309−326 [bereits Ende 2019 erschienen].

 

ein bogen papyr und ein wenig dinten“. Eine neue Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften erschließt die Briefwechsel von südwestdeutschen Theologen (1550–1620), in: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg 3 (2017), S. 27-31.

Sabine Arend, „Obwol der alte rockh mitt ein newen fleckhen schwerlich zu flickhen sein werde, welle er doch sein bestes thun“. Johannes Brenz und die Kirchenpolitik in Jülich- Kleve-Berg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 151 (2015) [erschienen 2017], S. 417-488.

Sabine Arend, Im konfessionellen Netzwerk. Die Grafschaft Nassau-Dillenburg im 16. Jahrhundert, in: Wunder, Heide/ Jendorff, Alexander/ Schmidt, Carina (Hg.), Reformation – Konfession – Konversion. Adel und Religion zwischen Rheingau und Siegerland im 16. und 17. Jahrhundert (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau 88), Wiesbaden 2017, S. 75-96. Zugleich abgedruckt in: Nassauische Annalen 128 (2017), S. 75-96.

Max Graff, Tagungsbericht: Probleme digitaler Erfassung und Edition von Briefwechseln. Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620). 22.03.2017–23.03.2017, Heidelberg, in: H-Soz-Kult, 24.05.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7185> .

Christoph Strohm, Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550-1620). Zur Relevanz eines Forschungsvorhabens (Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 57), Heidelberg 2017.

Christoph Strohm, Martin Bucer und die südwestdeutsche Reformationsgeschichte, in: ders./Thomas Wilhelmi (Hg.), Martin Bucer, der dritte deutsche Reformator (Akademiekonferenzen, 26), Heidelberg 2017, 29-51.

Alfried Wieczorek – Christoph Strohm – Stefan Weinfurter (Hgg.), Reformation! Der Südwesten und Europa. Begleitband zur Ausstellung (Publikationen der Reiss-Engelhorn- Museen Mannheim 81), Regensburg 2017. Darin:

  • Christoph Strohm, Die Kurpfalz und der Westen, S. 89-99;
  • Christoph Strohm, Konfessionsbildung im deutschen Südwesten und ihre Bedeutung für Europa, S. 101-111;
  • Christoph Strohm, Heidelberger Katechismus, S. 219f.;
  • Thomas Wilhelmi, Porträtmedaille Martin Bucers, S. 158;
  • Thomas Wilhelmi, Handschrift mit Predigten von Johannes Brenz, S. 149-151;
  • Thomas Wilhelmi, Faksimile von Martin Bucers Straßburger Gesangbuch, S. 154-155.

 

Max Graff – Thomas Wilhelmi, Theologen-Briefwechsel des 16./17. Jahrhunderts. Zum Vorgehen bei deren Sammlung und Erschließung. In: Philipp Melanchthon in der Briefkultur des 16. Jahrhunderts, Heidelberg 2015, S. 51-70.

Links zu Kooperationspartnern

Die Forschungsstelle arbeitet mit folgenden Partnern zusammen:

Aktuelles

Aktueller Brief des Monats

Anzahl aktuell veröffentlichter Briefe: s. hier.

Im November 2024 ist der dritte Editionsband Straßburg I (1549-1577) erschienen (siehe Publikationen).

Im Dezember 2023 wurde im Journal des TV-Senders Regio TV Bodensee ein Beitrag über die Arbeit unserer Forschungsstelle ausgestrahlt. Das Video finden Sie hier.

Im Februar 2023 wurde der 10.000. Brief erschlossen und online veröffentlicht.

Im November 2022 ist der zweite Editionsband Kurpfalz I (1556-1583) erschienen (siehe Publikationen).

Im September 2022 ist die Dissertation von Paul Neuendorf "Die Bemühungen des Martin Crusius (1526-1607) um ein Luthertum der Griechen" erschienen (siehe Publikationen).

9./10. Februar 2022: Workshop Möglichkeiten computergestützter Auswertung von historischen Korrespondenzen

Im Dezember 2020 ist die kritische Auswahledition Württemberg I (1548-1570) erschienen (siehe Publikationen).

Seit Juli 2020 ist die Online-Datenbank zum Theologenbriefwechsel aktiv.

Anschrift

Heidelberger Akademie der Wissenschaften

FS Theologenbriefwechsel

Karlstr. 5 | 69117 Heidelberg

Telefon

Dr. Sabine Arend: +49 (0) 6221/54 4394

Marcel Böhme: +49 (0) 6221/54 4394

Dr. Stephen E. Buckwalter: +49 (0) 6221/54 4390

Dr. Daniel Degen: +49 (0) 6221/54 4392

Elise Gäng M.A.: +49 (0) 6221/54 4396

Dr. Max Graff: +49 (0) 6221/54 4391

Dr. Judith Steiniger +49 (0) 6221/54 4375

Prof. Dr. Thomas Wilhelmi: +49 (0) 6221/54 4396

E-Mail

thbw@hadw-bw.de

Webredaktion dieser Projektseite

Dipl.-Theol. Daniel Degen

Weitere Forschungsprojekte

Forschungsstellen

Weltkarte der tektonischen Spannungen World Stress Map (Karlsruhe)


Der Forschungsschwerpunkt des Projektes lag in der Interpretation und numerischer Simulation der Spannungsdaten im Hinblick auf Spannungsquellen sowie regionalen und lokalen Spannungsfeldern.

Forschungsstellen

Der Tempel als Kanon der religiösen Literatur Ägyptens


Hauptziel des Projektes war es, eine Definition dessen zu finden, was das Wesen eines ägyptischen Tempels in griechisch-römischer Zeit ausmacht. Hierzu wurden erstmals die grundsätzlichen Textgattungen, die in den späten Tempeln zu finden sind, über eine detaillierte Form-, Motiv-, Struktur- und Inhaltsanalyse herausgearbeitet.