Global Basic Lexicon (GloBasLex)
Mit dem Akademieprojekt ›Global Basic Lexicon (GloBasLex)‹ entsteht eine frei zugängliche digitale Datenbank, die für rund 1.500 Sprachen einen einheitlich erfassten Grundwortschatz bereitstellt.
Das Projekt hat ein klares Ziel: Es soll eine frei zugängliche, digitale Sammlung von Grundwortschätzen für rund 1.500 Sprachen der Welt erstellt werden. Für jede dieser Sprachen werden 1.000 grundlegende Begriffe erfasst. Neben einer einheitlichen Lautschrift wird die Datenbank auch Informationen darüber enthalten, wie die Wörter aufgebaut sind. Dadurch können Wörter leichter nachgeschlagen und statistisch ausgewertet werden.
Die Daten sollen nicht nur eine verlässlichere Grundlage für sprachtypologische Forschung bieten, sondern auch eine wichtige Basis für datengetriebene historische Sprachwissenschaft schaffen. Damit können neue Erkenntnisse über viele bisher wenig erforschte Sprachfamilien und Regionen gewonnen werden. Darüber hinaus ist die Datenbank GloBasLex auch für andere Wissenschaftsdisziplinen wertvoll, etwa für Kognitionswissenschaft, Archäologie oder Genetik, die eigene Forschungsergebnisse mit sprachlichen Mustern vergleichen.
Für die Öffentlichkeit wird GloBasLex als online zugänglicher Sprachatlas verfügbar sein. Er soll die Faszination für die sprachliche Vielfalt der Welt wecken – eine Vielfalt, die zunehmend bedroht ist – und das Bewusstsein für kleinere Sprachen stärken, sodass ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes bewahrt wird.
Das Vorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften startet 2026, hat eine Laufzeit von 15 Jahren und wird unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Jäger in Tübingen umgesetzt.
HAdW
Das Projekt „Global Basic Lexicon“ (GloBasLex) erfasst und dokumentiert Grundwortschätze der Sprachen der Welt auf der Grundlage publizierter Wörterbücher. Ziel ist der Aufbau einer frei zugänglichen Datenbank paralleler Wortlisten für 1.000 Grundkonzepte, die nahezu alle hinreichend dokumentierten Sprachen weltweit abdeckt. Mit rund 1.500 Sprachen aller Kontinente entsteht eine der umfassendsten Ressourcen dieser Art.
Die lexikalischen Einträge werden in standardisierter phonetischer Transkription (IPA) bereitgestellt und um Informationen zur morphologischen Struktur ergänzt. Alle Daten werden in einfachen, maschinenlesbaren Formaten veröffentlicht. Dies schafft eine verlässliche Grundlage für vergleichende Forschung in lexikalischer, morphologischer und phonologischer Typologie sowie für datengestützte historische Sprachwissenschaft.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer ausgewogenen Repräsentation aller Weltregionen und Sprachfamilien, einschließlich kleinerer Familien und isolierter Sprachen, für die bislang kaum vergleichbare digitale Ressourcen existieren. GloBasLex stellt lexikalische Daten in konsistenter und interoperabler Form zur Verfügung. Die Ressource ermöglicht systematische sprachübergreifende Vergleiche und eröffnet neue empirische Perspektiven auf sprachliche Vielfalt und Sprachwandel. Sie unterstützt ein breites Spektrum linguistischer und interdisziplinärer Forschung – von lexikalischer Semantik und Phonologie bis hin zur Erforschung der menschlichen Kultur- und Bevölkerungsgeschichte.
Das digitale Lexikon GloBasLex ist derzeit im Aufbau.
Forschungsstellenleiter
Prof. Dr. Gerhard Jäger
Mitarbeiter
Dr. Johannes Dellert
Adresse
Prof. Dr. Gerhard Jäger
Eberhard Karls Universität Tübingen
Philosophische Fakultät
Seminar für Sprachwissenschaft
Keplerstraße 2, 1. Stock, Raum 159
Telefon: +49 7071 29-77302
E-Mail: gerhard.jaeger@uni-tuebingen.de
Dr. Johannes Dellert
Telefon: +49 7071 29-73960
E-Mail: jdellert@sfs.uni-tuebingen.de