Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften trauert um Thomas Hauschild

Korrespondierendes Mitglied der Akademie seit 2009

Prof. Dr. Thomas Hauschild († 04. Mai 2026)

Prof. Dr. Thomas Hauschild verstarb am 4. Mai 2026 in Hamburg. Er wurde 70 Jahre alt. Zuletzt war er zwischen 2008 und 2016 Professor für Ethnologie und Vergleichende Kultursoziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Er studierte Völkerkunde, Volkskunde und Religionswissenschaft an der Universität Hamburg, wo er 1979 mit einer Arbeit über den „Bösen Blick“ promoviert wurde. Nach einer kurzen Tätigkeit als Mitarbeiter im Völkerkundemuseum in Berlin-Dahlem arbeitete Herr Hauschild bis 1990 an seiner Habilitationsschrift, die er über die Ergebnisse seiner Feldforschung zum Thema Religion und Politik in der süditalienischen Provinz Basilikata verfasste. Nach der Habilitation an der Universität zu Köln setzte Herr Hauschild seine Forschungen in regelmäßigen Abständen vor Ort fort und veröffentlichte darüber 2002 sein vielgeachtetes Werk über „Macht und Magie in Italien“. Bereits 1992 erhielt er einen Ruf als Professor für Ethnologie an die Universität Tübingen. Zum Sommersemester 2008 wechselte er schließlich an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo er 2016 seine Frühpension antrat. Im Zuge seiner beachtlichen akademischen Arbeit führten ihn verschiedene Gastprofessuren und Fellowships unter anderem an die Universitäten Hamburg, Heidelberg, Bochum und Hannover, an die FU Berlin, die Universität La Sapienza in Rom sowie an das Istituto Orientale in Neapel. Für das Sommersemester 2017 wurde Thomas Hauschild schließlich zum Hans-Blumenberg-Professor am Exzellenzcluster „Politik und Religion“ der Universität Münster ernannt.

Neben vielen weiteren Themen forschte Herr Hauschild gemeinsam mit jüngeren Kollegen zum Synkretismus zwischen den Religionen des Mittelmeerraums und zu den geografischen Hintergründen religiöser Fundamentalismen im euromediterranen Raum. Herr Hauschild war bis 2013 Mitherausgeber der „Zeitschrift für Kulturwissenschaften“ und der Zeitschrift „Historische Anthropologie“ sowie seit 2009 korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.